zu Besuch bei: Elias Haller und Nicolas Vegas

Elias Haller Banner

 

Elias Haller wurde mir von Skoutz-Juror Andreas Adlon auf der Leipziger Buchmesse als Nominee für die Midlist Crime vorgestellt und weil nichts so sehr verbindet, wie der Plausch über Messe-Essen, habe ich mich sehr gefreut, ihn nun einmal zu besuchen und mich etwas ausführlicher mit ihm über seine Schreibarbeit und seine Bücher zu unterhalten. Und weil wir im Porfolio so gar kein passendes Banner für seine eher grau gehaltenen Cover hatten, habe ich noch schnell den Münchner Himmel fotografiert, der eine wunderbare Kulisse für einen düsteren Thriller bietet.

Neben den knallharten Thrillern für die Elias Haller steht, kannte ich ihn schon unter seinem Pseudonym Nicolas Vega, unter dem ich ihn für seine intelligente und im besten Wortsinne fantastischen Fantasy-Bücher schätze. Umso gespannter war ich, was Elias zu unseren Fragen zu sagen hat.

 

Icon Crime

Zu Besuch bei Elias Haller, dem geistigen Vater von Erik Donner

Elias Haller PortraitWas ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Zum Glück besitze ich jede Menge Fantasie.

Das bestreitet keiner.
:)

Daneben habe ich im Laufe meines Lebens einiges an Erfahrungen gesammelt, woraus ich Grundideen für neue Geschichten schöpfen kann. Falls gar nichts mehr geht, lassen sich Idee sogar an weißer Raufasertapete finden.

Wobei es schon einiger Fantasie bedarf, an dieser Stelle zu suchen.

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Da ich nur Hobbyautor bin, kann ich die Frage ganz leicht beantworten: Ich würde meiner geregelten Arbeit nachgehen und ein anderes Hobby finden. Lachyoga soll ordentlich Spaß machen.

Lass uns das doch gleich mal ausprobieren.

 

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Nach einem schweren Schicksalsschlag war ich tatsächlich einmal nah dran, mit dem Schreiben aufzuhören. Von daher behaupte ich, dass das Leben den Zeitpunkt bestimmt.

Wie in allen anderen Dingen letztlich auch, nicht wahr?

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Zumindest brauche ich beim Schreiben keine Taschentücher.

Männer! Hass ist auch eine Emotion, Zorn, Freude (warum haben wir gerade Lachyoga gemacht?) …

Aber es ist jedes Mal ein Hochgefühl, wenn ich das Wort Ende unter ein Manuskript setze.

Ja, Erleichterung ist auch eine Emotion, wir bekommen das schon noch hin. Weiter ….?

Ach ja, ich liebe Szenen, bei denen es ordentlich auf die Nase gibt. Dabei schreibe ich mit vollem Körpereinsatz. Und versucht euch jetzt bitte nicht vorzustellen, wie ich Sexszenen schreibe!

Doch! Das Kopfkino läuft schon heiß. Aber tröste dich, mein Hund wundert sich auch immer, wenn ich im Flur Schwertszenen mit dem Regenschirm ausprobiere und bei der Recherche zu einer Sexszene am Tisch habe ich mir schon mein Knie ganz fürchterlich verdengelt.

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Um euch zu beruhigen: Ich laufe Mitternacht nichts als Psychopath durch meine Stadt und bringe Leute auf besonders skurrile und/oder grausame Art und Weise um.

Ja, das beruhigt mich wirklich. Deine Bücher hätte ich ungern als Gerichtsakte auf dem Tisch.

Biografisches versuche ich in meinen Texten eher zu vermeiden.

Wobei die Grenzen durch das Schreiben mit vollem Körpereinsatz ja irgendwie verwischen.

Geschätzt schaffen es vielleicht dennoch 2-3% zwischen die Zeilen. Ehrlich, ich halte mich nicht für so wichtig, dass ich der Welt da draußen etwas von mir aufzwingen müsste.

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Wenn Quentin Tarantino bei mir anruft, weil er meine Thriller verfilmen möchte.

Okay, ich gebe es weiter, wenn ich ihn das nächste Mal treffe.

Und dann mal außer Quentin …

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Der Leser, der nachts von mir träumt – im positiven, wie auch im negativen Sinne.

Hehe, Herr Haller will eben ein Traumtyp sein.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Klingt vielleicht langweilig, aber ich bin mit allen meinen Protagonisten zufrieden. Genau deshalb ist man als Autor ja gleichzeitig ein kleiner Gott. Jeder meiner Protagonisten ist genau so, wie ich ihn haben möchte, und dafür liebe ich sie von Herzen – auch Erik Donner.

Und da halten sich deine Protas an deine Vorgaben? Respekt. Dann bist du mehr als Gott, denn wenn man das Alte Testament so genau ansieht, weiß Gott zwar, was läuft, während es läuft, aber eben nicht, was kommen wird und es heißt schon gar nicht, dass es ihm gefällt. Ich denke da nur an den Turmbau zu Babel, Frau Lot oder Sodom und Gomorrah.

Aber bevor wir jetzt hier zu philosophisch werden …

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Sollen wir dir verraten, wer das Spiel der Throne gewinnt?

Nö, für Spoiler sind wir nicht zu haben.

 

Hier könnt ihr Elias Haller treffen:

Elias Haller auf Facebook

Elias Haller - Rache und roter SchneeSkoutz Lesetipp: Rache und roter Schnee (Erik Donner 2) – Psychothriller von Elias Haller

Mancher Schmerz lässt sich nur durch noch mehr Schmerz lindern. Durch den Schmerz anderer …
Mit dem Schnee kommt der Tod. Unterdessen kämpft Kriminalhauptkommissar Erik Donner um seine Rückkehr zur Mordkommission. Doch statt seinem Versetzungsgesuch zu entsprechen, beauftragt man ihn zusammen mit einer Handvoll alternder Streifenbeamter mit der Bewachung des Weihnachtsmarktes – eine unsagbare Demütigung für Donner.
Aber schon bald sieht er sich mit einem bizarren Verbrechen konfrontiert. Denn ausgerechnet auf dem Adventsmarkt entdeckt man eine grauenvoll zugerichtete Leiche in einem Sack.
Schnell wird klar, dass dies nur der Beginn einer tödlichen Inszenierung ist.

Skoutz meint: Auch der zweite Thriller um den gewiss schwierigen Ermittler Erik Donner ist wieder furiose Action, leises Grauen und ein absoluter Beweis dafür, dass Elias Haller schreiben kann. Der Plot ist so wendungsreich und überraschend wie abgründig und logisch – und dass der Leser selbst nie sicher ist, was man nun von diesem Donner halten soll …. das macht einfach Spaß.

 

Tod und tiefer FallHinweis:

Der erste Band (beide Bücher sind übrigens unabhängig voneinander zu lesen, auch wenn wir in der Redaktion nicht bereuen, die „richtige“ Reihenfolge eingehalten zu haben) aus der Erik Donner-Reihe wurde von Skoutz-Juror Andreas Adlon für die Midlist Crime des Skoutz-Awards 2016 nominiert.

Grund genug für uns, Erik Donner genauer über die Schulter zu schauen und „Tod und tiefer Fall“ ausführlich zu besprechen (weiterlesen).

 

 

 

 

 

Um zu zeigen, was für vielseitige Leute hier bei Skoutz vorgestellt werden, möchten wir euch auch noch ein anderes Buch vom selben Autor, aber unter anderem Pseudonym vorstellen, unter dem man Fantasy in allen Spielarten aber höchster Qualität bekommt:

Skoutz-Lesetipp:
Vegas - Der Junge der das Glück brachte
Der Junge, der das Glück brachte – märchenhafte Fantasy von Nicolas Vega

Während Lynette den Tod ihrer Mutter verarbeiten muss, schenkt der neunjährige Jeronimus den Menschen Kristalleier, die Glück bringen. Zwei Gegensätze, zwei Welten: Sie lebt in der Realität, er in einem Buch.
Auf wundersame Weise kreuzen sich ihre Wege und Lynette erkennt, dass die Dinge im Leben nicht immer so sind, wie sie erscheinen. Denn Jeronimus ist es, der ihre Hilfe braucht.

Skoutz meint: Ein ungewöhnliches Buch, in dem leise Töne vorherrschen und das einen tief berührt zurücklässt. Die Frage nach dem Glück wird vielleicht nicht abschließend ergründet, doch das muss sie auch nicht, denn manchmal ist eben der Weg das Ziel und so liest man mit einem stillen Lächeln über Freundschaft, Lebensmut und Hoffnung.

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