zu Besuch bei: Daphne Unruh

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Mit meinem Besuch bei Daphne Unruh habe ich mir ein wenig Zeit gelassen. Das lag vor allem am schlechten Wetter in diesem Frühjahr. Denn Daphne lebt zusammen mit ihrer Familie und einer roten Katze (ich habe 2 rote Kater und bin naheliegenderweise begeistert 🙂 ) an einem mystischen Ort namens Catlantis in der Märkischen Schweiz. Sie erwähnt in diesem Zusammenhang öfter mal ein kleines Haus mit einem großen grünen Dschungelgarten. Und den wollte ich unbedingt sehen und erleben und mich mit Daphne genau dort unterhalten.

Jetzt endlich ist es soweit und wir sitzen an einem wunderbaren Frühsommertag im Schatten dunkelgrüner Blätter bei kühlen Getränken zusammen und ich zücke meinen Notizblock …

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Zu Besuch bei Daphne Unruh in Catlantis

 

Portrait UnruhWas ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Von Menschen und Orten, Wünschen und Träumen.

Daphne lächelt dazu geheimnisvoll und schenkt mir nochmals Wasser nach. Eiswürfel klingeln leise im Glas und speziell der Part mit dem Wünschen und Träumen scheint plötzlich unziemlich real.

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Malen.

(Habe ich erwähnt, dass es auch im Schatten heiß ist?)

Das war kurz und knapp. Aber in deinem Fall nicht verwunderlich, denn du malst ja schon. Insofern wäre die präzise Antwort: Nur noch malen. Deine bekannten Wimmelbilder sind ja immer wieder mal in Ausstellungen zu bewundern. 

Ich vermute ja, dass Daphne auch die Ideen für ihre Bücher aus Catlantis bezieht. Das ist, so erfahre ich von einer von Daphnes Musen, Miguel, der für sie oft durch Catlantis wandert, um Motivvorlagen zu fotografieren. Catlantis gibt es ganz real. Es liegt halb versunken am lagunenblauen See von Immerland. Mit etwas Geduld kann man, so erzählt mir Miguel, dort auch die seltenen Katzenfische beobachten. Ich bin sehr versucht, Miguel auf einen Ausflug nach Catlantis zu begleiten, gerade weil der See nach Abkühlung klingt. Doch eigentlichwollte ich ja über Bücher sprechen.

 

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Nie.

Nun, wenn man Zugang zu Catlantis hat, muss man sich auch keine Sorgen um Schreibblockaden und andere triste Dinge der Normwelt machen. Ich bin deshalb ein bisschen neidisch und bereue, Miguel gehen gelassen zu haben.

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Wenn ich beim Schreiben etwas über mich selbst lerne.

Darüber muss ich ein bisschen nachdenken. Das klingt sehr … introvertiert. Und unterscheidet sich im Kontext zudem von allen Gesprächen, die ich bisher geführt habe.

Aber es bringt mich auch gleich zur nächsten Frage…

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

In den Figuren die eine oder andere Facette. In der Handlung so gut wie nichts.

Hmhmhm … Gerade, wenn die emotionalsten Erlebnisse Momente der Selbsterkenntnis sind, spricht doch viel dafür, dass unbewusst sehr viel Daphne in den Büchern Einzug gefunden hat. Aber in Bezug auf die Handlung gebe ich dir recht. Das Leben in Catlantis ist besonders.

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Dass mein Buch ein Lieblingsbuch ist.

Was ja auch eine literarische Liebeserklärung ist.

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Jeder, der in meinem Buch eins gefunden hat, das zu ihm passt.

Und wieder dieses Lächeln, das mir sagt, dass das nur vordergründig eine Wiederholung der Antwort auf meine vorangegangene Frage ist.

Fast scheue ich mich, meine nächste Frage zu stellen:

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Am Ende des Buches habe ich mit jedem einen Weg gefunden.

Puh! Daphnes Lächeln verändert sich um eine unbeschreibbare Winzigkeit. Die Antwort könnte mir auch Horror-Autor gegeben haben.

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Liebst du es, für Jugendliche und Zeitlose zu schreiben?

Die Frage ist rhetorisch. Und die „Zeitlosen“ erinnern mich gerade daran, wie es schon zu Shakespeares Zeiten manchem Wanderer im Elfenwald ergangen ist.

Ich bin gespannt, was sich außerhalb dieses Dschungelgartens alles getan hat, wenn ich wieder auf die Straße trete.

 

Hier könnt ihr Daphne Unruh treffen:

Daphne Unruh auf Facebook

Autorenhomepage von Daphne Unruh

Der Weg nach Catlantis

 

Himmelstiefe - Daphne UnruhSkoutz-Lesetipp: „Der Zauber der Elemente 1: Himmelstiefe“  – Urban Fantasy für Jugendliche von Daphne Unruh

Vor Kira liegt der erste Tag des letzten Schuljahres. Noch 250 Schultage, rechnet sie aus, und ahnt dabei nicht, wie sehr ihre gewohnte Welt bald schon Kopf stehen wird.

Zuerst trifft sie die Liebe zum neuen Mitschüler Tim wie ein Blitzschlag. Gleichzeitig überfallen sie fiebrig-aggressive Schübe, und unheimliche Schatten beginnen sie zu verfolgen. Im letzten Moment gelingt ihr schließlich eine gefährliche Flucht in das Abwassersystem von Berlin. Doch statt zu sterben, findet sich Kira bald in einer zauberhaften Welt an der Akademie der Elemente wieder.

Ihr Mentor Jerome, ihre Engelfreundin Neve oder der feuerbegabte Leo – alle scheinen sie Geheimnisse zu hüten. Gleichzeitig rufen Kiras außergewöhnliche Fähigkeiten dunkle Kräfte auf den Plan. Die dringendsten Fragen, die sich ihr immer wieder stellen: Wem kann sie vertrauen? Was ist ihre Bestimmung? Und wen liebt sie wirklich, Leo oder Tim?

Skoutz meint: Eine Protagonistin, die plötzlich in eine fremde Subkultur gerät und dort ihre Bestimmung findet – das Thema hat nicht erst Harry Potter bekannt gemacht. Und doch funktioniert es als zeitloses Thema, weil überall und jederzeit außerhalb unserer gewohnten Pfade reichlich Fremdes und Fantastisches entdeckt werden kann. Daphne Unruh verzaubert ihre Leser mit Elementmagie und einer frischen und liebenswerten Protagonistin, der man gerne durch die wendungsreche Geschichte folgt. Der große Erfolg der Element-Reihe ist keineswegs überraschend und für sich schon die ehrlichste Form der Leseempfehlung.

 

Lost City 1.0Hinweis:

Mit Lost City 1.0 hat ein völlig anderes Werk von Daphne Unruh Skoutz-Jurorin Mella Dumont so beeindruckt, dass sie es aus den gut 300 vorgeschlagenenen Titeln in die Midlist Fantasy des Skoutz-Award 2016 gewählt hat. Leser und die restliche Jury wollten das Buch in der Folge weiter in der Shortlist sehen und so tritt Daphne nun gegen zwei Konkurrenten im September an, um vielleicht den Fantasy-Skoutz 2016 zu erringen.

„Lost City 1.0“ ist als Cyber-Fantasy ein sehr ungewöhnliches Buch, das wir uns gerne näher angeschaut haben. Über den Inhalt und unsere Eindrücke berichten wir nach unserer Rückkehr aus Lost City im Rahmen einen ausführlichen Buchvorstellung (weiterlesen).

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