zu Besuch bei Daniela Arnold

Heute besuche ich Daniela Arnold, die mit ihrem Ostsee-Thriller „Lügenkind“ von Skoutz-Juror Andreas Adlon aus knapp 200 Titeln in die Midlist Crime des Skoutz-Awards gewählt wurde. Was kein Wunder ist, denn „Lügenkind“ erreichte Platz 1 der Kindle-Charts und beweist, dass Daniela eine Autorin ist, die ich mir gerne zum Vorbild nehme. Entsprechend gespannt bin ich auf dieses Interview und freue mich sehr, Daniela, die auch gefragte Journalistin zahlloser namhafter Magazine ist, besuchen zu dürfen. Was nicht nur daran liegt, dass wir beide in Bayern wohnen und von daher die Anreise erfreulich kurz ist.

Krimi-Thriller Icon

Zu Besuch bei Daniela Arnold, der Spannungszauberin

Arnold PortraitWas ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Mein Appenzellerhund und unsere gemeinsamen Spaziergänge sind für mich das Elixier, um auf neue Buchiedeen zu kommen.

Das kann ich gut verstehen. Ich habe meinen Reservewerwolf Bruno öfter beim Ausreiten dabei, was übrigens auch eine vorzugliche Gelegenheit ist, um über Plots nachzugrübeln. Sonst allerdings neigt er eher dazu, den Schreibprozess zu torpedieren, indem er mitten im Schreibfluss raus will, nachdrücklich darauf besteht, dass ich mein Autorenfutter mit ihm teile oder mich bei nächtlichen Schreibsessions durch unvermittelte Doggie-Träume zu Tode erschreckt.

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Keine Ahnung ehrlich gesagt :­)

Als gefragte Journalistin mit mehreren tausend Veröffentlichungen besteht da vermutlich auch kein Anlass zur Sorge.

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Noch nie, nie, niemals !!!!

Beruhige dich! Das war ja nur eine hypothetische Frage. Alles gut …
(Schnell ein paar Kekse über den Tisch reichend)


Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Als ich „Lügenkind“ geschrieben habe und mich während des Schreibens an meine Zeit auf „Finstersee“ erinnert habe.

Da brennen mir jetzt tausend Fragen auf den Lippen, aber dazu müsste ich dich um einen Spoiler bitten. Da ich das im Interesse unserer Leser nicht möchte, kommen wir zur nächsten, in diesem Zusammenhang gut passenden Frage:


Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Gar nix.  🙂

Ich glaub dir kein Wort. Ich mag ja naturblond sein, aber ich habe mir die Antwort auf meine letzte Frage gemerkt.

(Aber leider grinst Daniela trotz meines drittbesten „Superstreng-Blickes“ nur noch breiter und hüllt sich in geheimnisvolles Schweigen. Ich schau mich suchend nach ihrem Hund um, aber der wedelt nur tröstend. Na gut.)


Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Wenn den Lesern meine Bücher gefallen und sie mir dies mitteilen. Entweder in Form netter Mails (dankeschön auf diesem Weg für all die vielen Zuschriften) oder in Form von einer Rezension.

Ja, das höre ich oft. Es ist traurig, dass der Autor von seinen Fans so oft durch seine Werke getrennt ist. Da ist Theater oder auch Konzertmusik viel direkter. Rezensionen sind für uns das, was auf der Bühne der Applaus ist. Diese Art von Zuspruch beflügelt wohl jeden Autor und bestärkt auch die, die schon mal mit sich hadern und ans Aufhören denken, dann doch in ihrem Plan.

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Puhhh, also ich würde mal sagen – ALLE …

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Janka aus Lux Aeterna. Die Gute hat mich viele Nerven gekostet.

Janka ist die eigenwillige Journalistin aus Hamburg, die auf der Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit dem Mörder gefährlich nahe kommt, gell? Ja, das glaube ich gern, dass diese Figur gelegentlich auch gegenüber ihrem Schöpfer „fordernd“ war.

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Liebst du deinen Job?

Das merkt man.

 

Hier trefft ihr Daniela Arnold:

Daniela Arnold auf Facebook.

Daniela Arnold Autorenhomepage

Lesetipp: „Sündenschlaf“ – Psychothriller von Daniela Arnold

SündenschlafAugsburg: Eine Serie extrem brutaler Morde erschüttert die Fuggerstadt. Die Opfer: junge, schöne Frauen, die der Täter bei lebendigem Leib ausbluten lässt. Als Hauptkommissarin Susanne Spindler endlich die Zusammenhänge der Fälle erkennt, ist es beinahe zu spät, denn der Wahnsinnige hat sich sein nächstes Opfer bereits auserkoren. Es beginnt ein erbitterter Wettlauf gegen die Zeit.
Parallel zu den Ereignissen kommt Emma, eine schwer traumatisierte junge Frau, von Berlin nach Augsburg. Ihr Wunsch nach einem Neuanfang entwickelt sich zum Albtraum, als sie in einen Strudel von psychischen und familiären Abgründen hineingerissen wird, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Doch je mehr Emma in ihre eigene, noch unbekannte Vergangenheit vordringt, desto näher kommt sie dem Killer, der die Jagd auf sie längst begonnen hat. Am Ende muss Emma erkennen, dass der Tod manchmal nicht das Schlimmste ist …

Skoutz meint: Wir finden es gut, wenn die Handlung im Land bleibt, ohne in Folklorekitsch und allzu schrullige Charakterschilderungen abzudriften. Daniela Arnold schreibt auf einem Niveau, das internationalen Ansprüchen locker genügt, ihre Protagonisten sind glaubwürdig und lebensnah beschrieben und der Plot zwingt einem, dem Buch den Nachtschlaf zu opfern. Wer also starke Nerven besitzt und auch etwas Blut vertragen kann, wird hier schaurig-spannende unterhalten. 

 

LügenkindHinweis:

Skoutz-Juror Andreas Adlon hat “Lügenkind” für die Midlist des Skoutz-Awards 2016 nominiert. Nachdem das Buch auch bei Lesern und der restlichen Jury gut ankam, befindet sich “Lügenkind” nun auf der Shortlist und damit in der Finalrunde. Dort tritt es im September gegen seine zwei Konkurrenten um den Crime-Skoutz 2016 an, der im Oktober zur Frankfurter Buchmesse verliehen wird.

Lügenkind“ haben wir natürlich gesondert vorgestellt und zwar hier.

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