zu Besuch bei: Dana Graham

Dana Graham Banner

 

Skoutz-Buchspruch #8 ZeitreiseHeute besuche ich auf meiner Tournee zu unseren Midlist-Nominees meine liebe Kollegin Dana Graham in der Nähe von Frankfurt, wo sie mit ihrer Familie lebt.

Natürlich nur, wenn sie nicht gerade als Zeitreisende unterwegs ist – rein literarisch versteht sich. Doch wer einen Autor schon mal aus der Nähe erlebt hat, weiß, dass sie öfter mal bestenfalls körperlich anwesend sind, und ebenso leicht in andere Welten wie eben auch in andere Zeiten abtauchen. Vielleicht auch beides zugleich – wer weiß das je genau.

 

Icon Fantasy

Zu Besuch bei Dana Graham – irgendwo zwischen Heute und dem Mittelalter

 

Dana Graham Portrait(c) S. Busch/Bildschöpfung

Was ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Bei der Frage nach dem „Sprit“ müsste ich ehrlicherweise mit Earl-Grey-Tee und Vollmilchschokolade antworten ☺

Damit habe ich kein Problem. Ich bin bekennender Heißgetränk-Junkie und mag Earl-Grey ganz besonders. Das ist so ein Stück Kindheitserinnerung, weil ich mittags immer bei meiner Uroma zum Essen Earl-Grey mit Zitrone bekommen hab. Was treibt dich sonst an?

Viel Leidenschaft für die jeweilige Geschichte und eine große Portion Disziplin. Nichts ist schwieriger für mich, als nach einer zu langen Schreibpause wieder in die Story einzusteigen.

Oh ja! Das kenne ich. Wobei bei mir da schon zwei, drei Tage völlig ausreichend sind.

Da ich neben dem Schreiben als Lehrerin arbeite und zudem Familie habe, lässt es sich aber nicht immer vermeiden.

Ich glaube, das lässt sich nie vermeiden. Bei mir sind es Mandanten und Haustiere – irgendwas ist immer.

Zur Frage nach den Ideen zitiere ich die US-Schriftstellerin E. Annie Proulx: „Die Krumen, aus denen eine Geschichte entsteht, entstammen vielen Brotlaiben“.

Du weißt schon, dass ich jetzt Hunger bekomme?

Wenn sich diese Krümelchen zu einer konkreten Idee verdichten, die mich auch nach Wochen nichtloslässt, erhält diese Plotidee ein eigenes Notizbuch, in dem ich alle Einfälle zu diesem Thema notiere. Bis ich mit dem Schreiben an diesem Projekt anfange, können dann aber durchaus drei Jahre vergehen, wie z.B. bei ‚Verliebt in einen Ritter‘.

Da braucht man echt ein Notizbuch. Drei Jahre? Wow! Bringt mich gleich zur nächsten Frage …

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Dann müsste meine Umwelt sehr leiden, da ich ihnen meine Geschichten erzählen würde – ob sie diese hören wollen oder nicht ☺

Dominik Forster würde Musik machen (und nicht nur er!), Babsy Tom würde wieder trainieren („exzessiv“!). Mirjam Müntefering dagegen hat für den Fall gedroht, professionelle Geschichtenabende zu veranstalten. Wäre das nichts für dich? Ich würde kommen!

 

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Mit dem Schreiben wollte ich noch nie aufhören, mit dem Veröffentlichen hingegen schon.

Coole Antwort. Jetzt habe ich so oft schon gefragt, aber das so knapp und bündig noch nie gehört. Muss ich drüber nachdenken, denn irgendwie tröstet mich das über meine gelegentlichen Tiefs hinweg. Danke.

Wo wir schon bei Emotionen sind …

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Da ich beim Schreiben tief in die Figuren eintauche, kann es passieren, dass mir bei manchen Szenen die Tränen laufen – zum Glück sieht das keiner, wie ich mit verquollenen Augen vor dem Bildschirm sitze.

 Tief in Figuren tauchen?  Das klingt spooky! Horror-Herrin Demetria Cornfield würde dich jetzt garantiert genauestens befragen. :)

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Von Leuten, die mich privat kennen, höre ich oft, sie würden meine Art von Humor in meinen Büchern wiederfinden. Ansonsten teile ich meine guten wie schlechten Charaktereigenschaften und Interessen gleichmäßig zwischen meinen Protagonisten auf.

Sind die Figuren also alle ein bisschen Dana? Mit Julia Adrian habe ich mich kürzlich erst sehr nett darüber unterhalten, dass wir Autoren uns in veränderlichen Anteilen in – oder vielmehr durch – unsere Protagonisten austoben. Aber hast du noch ein paar Beispiele?

Mit Julia aus ‚Verliebt in einen Ritter‘ verbindet mich zum Beispiel die Faszination fürs Mittelalter, mit Joanna und Ian aus der ‚Greystone Saga‘ die Freude am Unterrichten.

Die Greystone Saga habe ich leider noch nicht gelesen. Aber ich hole es nach. Versprochen.

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

„Ich habe heute Nacht bis vier Uhr dein Buch gelesen, obwohl ich um sechs Uhr wieder aufstehen musste.“

Hahaha! Das kann ich gerne sagen! Allerdings war es halb fünf und ich bin erst um sieben aufgestanden. Ich hoffe, das gilt trotzdem.

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Jemand, der mit meinen Büchern entspannte Stunden erlebt und vielleicht auch etwas daraus mitnehmen kann: eine Erkenntnis, etwas zum Nachdenken oder einfach nur gute Laune.

Ich finde es schön, dass z.B. bei deiner Zentauren-Geschichte so ganz nebenbei Toleranz thematisiert wird. Da macht das Lesen gleich noch mehr Spaß. Und das Schreiben, wie ich finde, auch. So lässt sich eine Message meiner Meinung nach viel leichter transportieren als in einem Sachbuch.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Ich habe jetzt länger über diese Frage nachgedacht und muss sagen: bei keinem.

Okay! Normalerweise hake ich an dieser Stelle nach, weil ich das offen gestanden nicht glaube, gerade weil die Auseinandersetzung mit den eigenen schlechten Eigenschaften ja auch immer irgendwo schwierig ist. Aber das lange Nachdenken veranlasst mich, zur nächsten Frage zu wechseln … :)

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Hast du noch Ideen für weitere Geschichten?

Das, liebe Dana, wird nicht nur mich erfreuen, zu hören.

 

Hier könnt ihr Dana Graham treffen:

Dana Graham auf Facebook

Dana Grahams Autorenhomepage

 

Skoutz-Lesetipp: Der Kuss des Zentauren – High Fantasy von Dana Graham

Kuss des Zentauren - GrahamZentauren haben kein Herz. Sirja, die Tochter des Herrn der Südfeste, weiß das mehr als jeder andere Mensch in Tarnem, denn das Volk der Pferdemenschen hat ihren geliebten Bruder heimtückisch getötet.

Als der gefangene Zentaurenkrieger Rheos sie als Geisel nimmt und mit ihr flieht, entscheidet sich Sirja für ein gewagtes Spiel: Zum Schein ergibt sie sich in ihre Entführung, um unter den Pferdemenschen den Mörder ihres Bruders zu finden. Doch je länger ihr Zusammensein mit Rheos währt, desto stärker fasziniert Sirja der mächtige Zentaur. Rheos ergeht es nicht anders – und das nicht nur wegen der mysteriösen Gedankenverbindung, die bei jeder Berührung zwischen ihnen aufflammt. Als die beiden in den Wirren eines heraufziehenden Krieges zwischen ihren Völkern einer unfassbaren Intrige auf die Spur kommen, weiß Sirja bald nicht mehr, auf welcher Seite sie stehen soll – und ob ihr Herz für einen Zentauren schlagen darf …

Skoutz meint: Fantasy in einer fremden Welt, die – nicht unähnlich der unseren – durch Vorurteile geprägt ist. Dazwischen zwei Protagonisten verfeindeter Völker, die sich im Laufe der Geschichte näher kommen und damit auch jenen Romance-Anteil mitbringen, den das Cover verspricht. Neu ist an der Geschichte, dass wir uns bei „Zentauren“ sofort gefragt haben, ob das überhaupt geht …    Und auch, wie mit den Vorurteilen, an denen auch die Protas leiden und die zu überwinden ihnen sehr glaubwürdig einige Schwierigkeiten bereitet, die das Buch zu mehr als fraglos gelungener Unterhaltung machen, nämlich einem Plädoyer für Toleranz.

 

Verliebt in einen RitterHinweis:

Dana Graham und ihr Zeitreise-Roman „Verliebt in einen Ritter“ wurden von Skoutz-Jurorin Mella Dumont in die Midlist Fantasy des Skoutz-Award 2016 gewählt.

Natürlich haben wir uns deshalb sofort auf eine kleine Zeitreise begeben und Julia und ihren Ritter auf den Zahn gefühlt. Deshalb wird dieses Buch ausführlich vorgestellt (weiterlesen).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.