zu Besuch bei: Charleen Hunter und Joleen Carter

zBb Erotik

 

Auf das Interview mit Joleen Carter, die unter dem Pseudonym Charleen Hunter auch Erotik schreibt, habe ich mich ganz besonders gefreut, denn unabhängig davon, dass wir uns nun hoffentlich bei der Preisverleihung in Frankfurt endlich einmal persönlich kennen lernen (erstaunlich wie viele Menschen ich zu meinen Freunden und geschätzten Kollegen zähle, die ich nur virtuell kenne), verbindet uns auch unsere Liebe zu Italien – auch wenn mein Vorschlag, sich in Italien zu treffen, leider abgelehnt wurde. Aber egal, der Espresso ist schwarz, heiß und stark … und versetzt uns in die rechte Stimmung.

Icon Romance

Zu Besuch bei Charleen Hunter, für die Liebe nach Italien gehört.

Was ist dein „Sprit“ beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Meine Ideen hole ich mir aus dem ganz normalen Alltag: aus Beobachtungen und Erzählungen meiner Mitmenschen. Für die Kulisse schöpfe ich natürlich aus Erinnerungen meiner Italienaufenthalte. Deshalb brauche ich immer mal wieder wenigstens einen Kurztrip dorthin.
:)

Das klingt jetzt natürlich unter dem Aspekt, dass ich die Romance-Autorin Joleen eigentlich wegen ihrer Nominierung für die Erotik-Midlist des Skoutz-Awards interviewe, irgendwie schräg. Es sei denn, du arbeitest nebenbei als Sexualtherapeutin…

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Wenn ich nicht mehr schreiben könnte, müsste ich mein Geld wieder mit Tätigkeiten verdienen, die mir keine Freude machen. Ich würde dann wohl wieder anfangen in den frühen Morgenstunden trotzdem zu schreiben.

Wobei ich als bekennende Nachteule zwar kein Problem habe, bis in die frühen Morgenstunden zu schreiben, aber niemals auf die Idee käme, dafür aufzustehen… Es ist jedenfalls erstaunlich, dass sich fast keiner unserer Autoren ernsthaft mit Alternativen zum Schreiben befasst. Trotzdem aber meine nächste Frage…

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Wenn meine Bücher nicht gut angenommen werden – was leider zwischendurch immer mal vorkommt – und nach jeder der ganz fiesen Rezensionen. Leider bin ich da immer noch sehr anfällig.

Tja, das ist wohl der Preis, den Du für deine wunderbar gefühlvollen Geschichten bezahlen musst. Sensibilität lässt sich vermutlich nicht einfach so an- und ausschalten. Ich bin da ja eher vom Gemüt eines Fleischerhundes  😉

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Wann immer ich emotionale Momente einfange beim Schreiben, lebe ich sie voll aus dabei. Unter anderem Namen schrieb ich ein Buch über den Tod meines ersten Freundes. Ich hatte beim Schreiben das Gefühl, er würde an meiner Stelle schreiben, wie er starb, weil ich es ja nicht wirklich wusste. Ich musste dabei die ganze Zeit furchtbar weinen. Das war mein emotionalster Moment.

Ich sag es ja, du bist sensibel. Obwohl, das kann sogar ich mir vorstellen. Ich muss mal die Hexen unter unseren Autorinnen fragen, ob du da nicht durchaus recht haben könntest. Der Gedanke verleiht mir eine Gänsehaut! Da passt die nächste Frage ja hervorragend:

Wie viel Autobiographie steckt in deinen Geschichten?

Ich würde sagen, so 1/3. Ich glaube nicht, dass man wirklich glaubwürdig über etwas schreiben kann, was einem noch nie in irgendeiner Form begegnet ist.

Außer Drachenkämpfen – sag ich jetzt mal so als High-Fantasy-Junkie. Da haben wir Autoren allerdings den Vorteil, dass die Leser es auch nicht besser wissen.

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Das größte Kompliment für mich ist immer wieder zu hören, dass ich meine Leser emotional berühren konnte. Wenn sie das Gefühl hatten, der Protagonist selbst geworden zu sein.

Jaaa, das gelingt Dir aber auch.

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Ich freue mich über jeden Leser.
:)

Naja, das tun wir ja alle. Geht es etwas genauer?

Für meine Leser schreibe ich. Der ideale Leser lässt sich von meinen Geschichten entführen und berühren.

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als „schwierig“ bezeichnen?

Besonders in meinem Zweiteiler „Milano Love“ und „Milano Hope“ hatte ich es mit einer doch recht schwierigen Protagonistin zu tun. Und auch die Wahl ihrer beiden Männer war durchaus schwierig.

Da würde mich ja jetzt das autobiographische Drittel brennend interessieren…

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit „Ja“ antworten?

Ob ich vor habe, für den Rest meines Lebens Bücher zu schreiben.

Das beruhigt uns doch sehr!

So erreicht ihr Joleen Carter / Charleen Hunter:

Charleen Hunter/ Joleen Carters Homepage

Joleen Carter (Charleen Hunter) auf Facebook

Lesetipp: Der Junge von Lampedusa – Liebesroman mit gesellschaftskritischen Elementen von Joleen Carter

Es ist Nacht, als das Meer mal wieder eine Ladung Flüchtlinge an den Strand von Lampedusa spült. Nur wenige haben die gefährliche Fahrt überlebt.

Auf dem Markt der Insel beobachtet Giuliana, eine junge Italienerin, den 8-jährigen Buyu beim Stehlen und folgt ihm. Mit der Zeit kann sie sein Vertrauen gewinnen, ebenso wie das seines attraktiven Begleiters Juri.

Als Juri und sie sich schließlich näher kommen, werden sie erwischt. Um ihre Familie nicht in Verruf zu bringen, muss Giuliana Rücksicht nehmen. Doch als sie endlich begreift, dass Juri ihr viel mehr bedeutet als das Gerede der Leute, ist es zu spät.

Er ist fort. Und mit ihm der Junge.
Wird sie die beiden jemals wiedersehen?

Skoutz meint: Eine junge Italienerin verliebt sich in einen afrikanischen Flüchtling. So weit so gut und die Beziehung selbst durchlebt die Höhen und Tiefen, die eine junge Liebe so hat. Wirklich spannend ist, wie hier bewusst und mit sehr guter Beobachtungsgabe “schwarz-weiß” gemalt wird und Unterschiede ebenso wie Gemeinsamkeiten zur Sprache kommen. So ist die Romanze nicht nur durch prickelnde Liebesszenen gewürzt, sondern gewinnt durch ein sehr aktuelles Anliegen auch an Tiefe. Bücher, die den Horizont erweitern – genau das wollen wir lesen.

 

Desire (Charleen Hunter)Hinweis:
Das Buch, mit dem Charleen Hunter (aka Joleen Carter) von Skoutz-Jurorin Charlotte Taylor für die Erotik-Midlist nominiert wurde, „Desire“, hat uns natürlich besonders interessiert.
Das Beziehungsdrama haben wir daher genauer untersucht und gesondert ausführlich vorgestellt (weiterlesen).
$$$ BV unten

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