zu Besuch bei: Arwyn Yale

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Arwyn Yale begegne ich öfter auf Facebook und von daher fühle ich mich fast, als würde ich heute eine alte Bekannte besuchen. Es ist schon immer wieder komisch, wenn man die digitalen Freunde, die man nur durch Tippereien und Bildchen kennt, plötzlich wahrhaft vor sich stehen hat. Mit Arwyn verbinde ich zunächst einmal unabhängig von ihren Büchern eine tiefe Liebe für England und ich rechne es ihr hoch an, dass einmal eine deutsche Autorin vor englischer Kulisse schreibt und nicht London wählt, sondern Brighton. Passend komme ich mit Nieselregen im Gepäck und dem dringenden Bedarf nach einem Tässchen Tee …

 

Icon Crime

Zu Besuch bei Arwyn Yale, bei der Brighton mörderisch wird.

Arwyn-YaleWas ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Die Ideen finden mich einfach.

Wo?

Beim Badezimmer putzen, beim Kochen, beim Spazierengehen, beim Zugfahren. Hört sich seltsam an

Nein, das ist – sorry – ziemlich mainstream. Geputzt oder auch renoviert wird öfter, Spazieren gehen ist sehr beliebt und wenn man statt den Zug das Auto nimmt, könntest du dich mit Jessica Winter zusammentun.

Ich wünschte, ich könnte eine originellere Antwort geben ☺

Kein Thema, ich habe ja noch ein paar Fragen mehr (hehehe). Zum Beispiel:

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Durchdrehen!

Links- oder rechtsdrehend?

(Ihr solltet Arwyn sehen, wie sie schaut, während sie das sagt!)

 

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Zu keinen. Ohne Schreiben könnte ich nicht!

Und ich frage jetzt nicht, was dann passieren würde …

Dafür aber:

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Als ich eine Figur, die gar nicht sterben sollte, umbringen musste.

Du bist Krimiautorin und die Fälle, die du beschreibst handeln jetzt nicht von einer geklauten Kaffeekanne. Tötest du sonst nur suizidale Protagonisten? Oder woran lag es in diesem speziellen Fall?

Das fiel mir sehr schwer, vor allem, weil die Figur eine Tochter hatte. Bei der Szene mit der Tochter musste ich mit den Tränen kämpfen.

Da drängt sich die nächste Frage förmlich auf:

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Wenig.

Glaub ich nicht.

Bei meinem ersten Nathan O‘Brian Fall „Todesschwestern“ spielen Suizid, Suizidversuche,  Depression und Schuld eine große Rolle. Diese Themen begleiten mich auch privat. Ansonsten versuche ich aber, nicht viel Eigenes mit einfließen zu lassen, wobei das natürlich nicht so leicht ist und oft automatisch passiert.

Darüber philosophiere ich mit vielen Kollegen. Wir kamen in dem Zusammenhang letztens auf Kafka, dessen Werk ja, wenngleich nicht klassisch fantastische, so doch surreale, groteske Züge hat. Und doch gilt es als Musterbeispiel, wie das eigene Leben das Werk beeinflusst. Ich glaube nicht, dass Stilmittel wie Metaphern oder auch Chriffren immer nur bewusst, wohlkalkuliert und gezielt eingesetzt werden, sondern dass das Unterbewusstsein viel öfter die Feder führt, als wir meinen. Oh Mann! Sigmund Freud hätte seine Freude an uns.

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Eine schwere Frage.

Danke. Wir bemühen uns. Dadurch bekommen wir nämlich schlaue Antworten.
:)

Ich bin zufrieden, wenn ich viele Leser erreiche und ihnen mit meinen Büchern ein paar schöne Stunde bescheren, sie von ihrem Alltag ablenken kann.

Das ist jetzt die Basis. Was wäre die Kür?

Wenn es den Lesern hinterher besser geht. Mir haben Bücher in sehr schwierigen Situationen geholfen. Ich glaube, wenn mir jemand sagen würde „Du, dein Roman hat mich während einer schlimmen Phase getröstet oder von einer Panikattacke abgelenkt“, ich glaube, das wäre das größte Kompliment für mich. Das ist es, was Bücher für mich getan haben.

Das ist das erste Gesetz der Buchmagie:

Skoutz-Buchspruch #1 Hin und weg


Wer ist für dich dein idealer Leser?

Ich habe es nicht so mit Idealen. Und ich halte nichts davon, Menschen in Schubladen zu stecken.

So war es auch nicht gemeint. Aber wenn man schreibt, befindet man sich im Dialog mit einem potentiellen Leser, wie stellt man sich den vor?

Aber egal, wenden wir uns stattdessen den Interna zu…

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Alessia, die Freundin meiner Hauptfigur Nathan O’Brian. Sie nervt mich gewaltig, aber ich kann sie einfach nicht loswerden.

Das klingt so wohlvertraut. Da – bei mir zumindest – die Protagonisten schnell zu Freunden werden, ist das ein bisschen so, wie wenn der Lieblingskumpel eine bescheuerte Freundin daherzerrt und man NIX dagegen tun kann …
:)

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Tee?

Jederzeit! Schwarz, grün, rot, weiß, Kräuter oder Früchte? Mit Zucker, Milch oder Zitrone?

Liebe Arwyn, vielen Dank für den freundlichen Empfang und für das absolut originelle Gespräch. Ich hoffe, wir sehen uns spätestens in Frankfurt auf der Leserparty auf einen Tee und bis dahin wünsche ich dir viel Glück für den weiteren Wettbewerb.

Hier könnt ihr Arwyn Yale treffen:

Arwyn Yale auf Facebook

Facebook-Fanpage von Arwyn Yale

Autorenhomepage von Arwyn Yale

 

Skoutz-Lesetipp: Sei mein Tod (Nathan O’Brians 2. Fall) – Detektivroman von Arwyn Yale

Yale - Sei mein TodKayley Dugall ist eine polizeibekannte Ausreißerin. Als sie erneut verschwindet, nimmt die Polizei die Sache nicht sonderlich ernst. Immerhin hatte sie erst kurz zuvor im Beisein mehrerer Polizisten ihr erneutes Weglaufen angekündigt. Privatdetektiv Nathan O’Brian wird schnell klar, dass Kayley in großer Gefahr schwebt, als er auf ihrem Laptop einen Songtext findet. Denn das Lied führt zu einem Entführungsfall im Jahr 1991. Damals war die zwölfjährige Samantha Slater über ein Jahr lang in der Gewalt eines Entführers gewesen, dessen Identität sie aus Angst nie preisgab. Bei seinen Nachforschungen gerät Nathan an die Grenze seiner Belastbarkeit, denn die Ermittlungen bringen seine eigene Familie in Gefahr …

Zu diesem Buch gibt es einen Trailer und auf der Seite der Autorin auch eine spezielle Leseprobe.

Skoutz meint: Dass Arwyn Yale sehr spannend schreiben kann, weiß man schon von Nathans ersten Auftritt in „Todesschwestern“. Uns gefällt Arwyns Privatdetektiv, der clever und eigenständig ist. Und auch – oder gerade – dann, wenn er unkonventionelle Ermittlungsmethoden anwendet, doch stets logisch, glaubwürdig und nachvollziehbar bleibt. Die Handlung ist deshalb vielschichtig, immer wieder verblüffend und oft verwickelt. Doch Arwyn gelingt es, den roten Faden fortzuspinnen und fast alles sauber aufzulösen. Und die Fragen die bleiben, führen unweigerlich zu einer: Wann kommt das nächste Buch?

 

Tote töten ewigHinweis:

Für Nathan O’Brians 3. Fall, „Tote töten ewig“, wurde Arwyn von Skoutz-Juror Andreas Adlon aus über 200 vorgeschlagenen Titeln in die Midlist Crime des Skoutz-Awards 2016 gewählt.

Natürlich haben wir uns diesen Psychothriller, in dem eine ebenso erfolgreiche wie skrupellose junge Frau von den „Geistern“ ihrer Vergangenheit heimgesucht wird, die auf Rache und Vergeltung sinnen, sofort angesehen und stellen ihn allen Neugierigen und Unerschrockenen hier gesondert ausführlich vor (weiterlesen).

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