zu Besuch bei Adele Mann

Heute hab ich mich aufgemacht, um Erotik-Autorin Adele Mann in Wien zu besuchen. Bei einem leckeren Stück Sachertorte (ich glaube, dass ist in Wien obligatorisch) werde ich versuchen, der lieben Adele Mann einige Geheimnisse zu entlocken. Mal sehen, ob ich sie mit der ein oder anderen Frage überraschen kann 🙂 Übrigens, wenn ihr sie auch kennenlernen oder ihr Fragen stellen wollt, sie wird am 16.3.18 von 16.30 Uhr – 18.00 Uhr bei uns am Skoutz Stand (Halle 2 J310) auf der Leipziger Buchmesse zu Gast sein.

 

Zu Besuch bei Adele Mann, die mit ihren romantischen und teils dramatischen Erotikromanen ihren Lesern ganz schön einheizt …

Beschreibe dich in einem Wort!

Autorin.

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?
Ich bin eine seltsame Mischung aus kreativem Chaot und strukturiertem Planschreiber.

Was bedeutet das genau? Wann bist du was?

Bei meinen Selfpublishing-Projekten ist immer eine Idee und viele, viele kreative Notizen der Ausgangspunkt, aus der ich meine Story entwickle. Beim Schreiben habe ich zwar einen dicken, roten Faden, lasse mich aber von der Story führen und manchmal sogar ablenken.

Da könnte es also auch passieren, das sich Dinge entwickeln, die du zu Beginn so nicht erwartet hast … Und was bist du strukturiert?

Bei den Verlagsprojekten zähme ich das kreative Biest und werde zur organisierten, kreativen Planschreiberin.

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

Ich glaube, es ist da „E“. Um ganz sicher zu sein, müsste ich allerdings ein forensisches Team engagieren.

Wäre sicher spannend zu erfahren, was dieses Team noch so alles über deine Tastatur herausfinden würde 🙂

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

Ich wache mitten in der Nacht auf, weil ich eine Szenenidee habe oder ein paar geniale Worte im Kopf.

Also bei einem perfekten Tag hätte ich zumindest mit ausschlafen begonnen 🙂 Aber wie sagt man: Der frühe Vogel fängt den Wurm 🙂

Von der Muße geküsst schreibe ich stundenlang und stelle sogar beim Durchlesen fest, dass es gut ist. Am Nachmittag gönne ich mir einen Drink und ein riesiges Dessert, wobei mich gleich der nächste Geistesblitz trifft.

Das müssen ja sehr inspirierende Erfrischungen und Leckerbissen sein 😉

Am Abend schlafe ich völlig zufrieden mit einem Lächeln ein, das Ticket für meine nächste Recherche-Reise nach New York fest in Händen.

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Das möchtet ihr wohl gerne wissen. 😉

Ach ja, ich gebe zu, dass ich unter einer den Frauen als typisch nachgesagten Neugier leide 🙂 Ich frage auch gern einfach mal unverschämt nach *lol*

Immerhin schreibe ich vorwiegen erotische Liebesromane. Eine Lady genießt und schweigt und schreibt stattdessen über fiktive Charaktere. Und das macht ihr jede Menge Spaß.

Du spannst uns ganz schön auf die Folter und regst die wilde Fantasie von mir und den Lesern an 🙂

Ein kleines Stück jeder Autorin steckt natürlich immer in ihren Hauptfiguren, aber wie viel bleibt ihr gut gehütetes Geheimnis.

Da fällt mir ein: Ich bin klein, mein Herz ist rein, meine Gedanken sind schmutzig, ist das nicht putzig … Aber weiter im Text, ich schweife ab 🙂

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

Ich habe leider keines, aber wenn ihr eines habt, dann lasst es mich bitte wissen.

Schokolade wurde genannt … Ich höre mich gerne weiter um und sammel ein paar Ideen für dich …

Wenn mal eine Flaute kommt, dann muss ich mir Abstand gönnen und die Batterien neu aufladen. Ich kann nur gut schreiben, wenn ich in der richtigen Stimmung bin. Wenn ich mich zu sehr zwinge, wird das nichts.

Stress ist definitiv einer der größten Kreativkiller …

Bei Abgabedruck ist das nicht immer einfach. Der Ausgleich muss stimmen.

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Beim Selfpublishing gehört natürlich neben dem Schreiben noch ganz viel drum herum dazu.

Und was bedeutet das bei dir nun genau?

Ich mache mittlerweile meine Covers selbst und habe Spaß daran. Dazu kommen noch E-Book und Taschenbuch erstellen, Marketing, Facebook, Werbebilder, Kontaktpflege und Co.

Das klingt nach viel Arbeit …

Auch der direkte Kontakt mit den Fans gehört für mich einfach dazu, wie zum Beispiel auf einer Buchmesse. Bei Verlagsprojekten steht das Schreiben mehr im Mittelpunkt.

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?


Ein gutes Buch schlägt dich in seinen Bann.

Bei schlägt dich hab ich kurz mal Angst bekommen *lach*

Das kann auf viele Arten geschehen. Die Story ist spannend, es berührt dich emotional, die Figuren hängen dir am Herzen oder es ist einfach richtig gut geschrieben. Kommt alles zusammen, ist es nicht nur ein gutes Buch, sondern ein richtig gutes Buch.

Das stimmt! Aber bei all den Dingen, die dein Beruf als Autorin mit sich bringt, findest du da überhaupt noch Zeit zu lesen?

Ich lese genauso gerne, wie ich schreibe und es gibt nichts Schöneres, als ein gutes Buch zu schreiben oder eines zu lesen.

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?

Es gibt ja so viele Monster, die das Manuskript bedrohen: Der innere Kritiker, Kreativitätsflauten, Überarbeitungszwang, Binge-Watching der Lieblingsserien, Cupcakes backen, Zeit, die man für die Normalarbeit braucht (ja, ein Autor hat so was heutzutage noch) und die Angst nicht gut genug geschrieben zu haben.

Oh Gott, ich muss gestehen, ich musste Binge-Watching eben googlen und habe voller Entsetzen festgestellt, dieses Monster bedroht mich auch … Irgendwann kommen die Exorzisten für Netflix- und Co. 🙂 Entschuldige, ich wollte dich nicht unterbrechen …

Aber hat man all diese Monster besiegt, wartet am Ende als Belohnung ein fertiges Manuskript.

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am Liebsten?

Bücher lesen, Filme, Serien und Dokus ansehen, Cupcakes und andere Desserts backen (am liebsten mit meiner kleinen Nichte!) oder beim Musikhören lautstark mitsingen.

Da würde ich auch mitmachen. Klingt echt entspannend 🙂

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Natürlich sind die fiesen oder bösen Nebenfiguren schwierig, weil man sie unsympathisch gestaltet, aber abgesehen davon, liebe ich meine Hauptprotagonisten sehr.

Ach komm schon, gab es nicht mal kleinere Reibereien? Die gibt es in den besten Beziehungen 😉

Aber ich muss zugeben, wenn meine Kerle ab und an etwas Unverzeihliches tun, möchte ich den Herren der Schöpfung dafür schon ab und zu gepflegt in den Hintern treten.

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?

Der ist noch überschaubar.

Das hört sich an, als würdest du mehr planen 🙂

Da ich immer nur an einem Manuskript gleichzeitig arbeite und mich ganz in die Story vertiefe, ist meine Schreibphase sehr linear.

Das widerspricht dem ja eigentlich …

Aber es gibt eine Menge Plots und angefangene Manuskriptideen, die schon sehr lange darauf warten, dass ich Zeit für sie habe und ich hoffe, demnächst mehr Zeit zum Schreiben dieser Romane zu bekommen. Ein ungeschriebenes Manuskript verursacht bei mir immer Schuldgefühle, weil ich die Story unbedingt erzählen will und hoffe, sie irgendwann auch mit den Lesern zu teilen.

Schuldgefühle? Dann solltest du den SUM besser nicht zu groß werden lassen 🙂

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Vor meinem ersten ADELE MANN-Buch habe ich mich in meinen anderen Romanen immer gescheut, zu deutlich zu werden, was die Erotikszenen betrifft und auch bei den Emotionen, die dazugehören. Der damals neue Name und das Selfpublishing haben mich davon befreit und ich habe beim Schreiben von „Bittersüß – davor & danach“ keine Selbstzensur oder Angst mehr gespürt.

Ein literarischer Befreiungsschlag … oder Selbsttherapie 🙂

Das hat sich toll angefühlt und ich muss gestehen, dass mir die Geschichte von Ella und Jan viel bedeutet und ich oft mit feuchten Augen geschrieben habe.

 

Wie definierst du Erfolg?


Erfolg als Autor ist für mich, wenn viele Leser mein Roman berührt und ich ihre Begeisterung spüre. Natürlich freue ich mich auch darüber, wenn sich das Buch gut verkauft oder einen tollen Platz auf den Listen ergattert, denn das bedeutet, dass ich mit dem Schreiben Geld verdiene.

Das nehme ich an 🙂

Und das wiederum ermöglicht es mir, noch mehr zu schreiben und hoffentlich mit meinen Geschichten mehr Leser zu finden und sie mit meinen Geschichten zu unterhalten.

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Liebst du es, Bücher zu schreiben und Autorin zu sein? Ja.

Dann freuen wir uns auf viele weitere tolle Bücher aus deiner Feder!

 

Vielen Dank, liebe Adele Mann, dass du mich so lieb empfangen und mir all die Fragen beantwortet hast. Ich freu mich schon riesig, dich in Leipzig am Skoutz-Stand zum Meet & Greet am Freitag, den 16.3.18 von 16.30 Uhr – 18.00 Uhr begrüßen zu dürfen. Wenn ihr der charmanten Autorin auch einmal live erleben wollt, schaut doch in Halle 2 J310 am Skoutz-Stand vorbei.

 

Foto: Michael Jeuter

Mehr Informationen zu Adele Mann bekommt ihr:

Auf Adele Manns Facebookseite

Ihrer Homepage & Blog

 

 

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