Verlagsportrait: Valkyren Verlag

Die amerikanische Schauspielerin Helen Hayes sagte einmal, dass man von seinen Eltern lieben, lachen, und laufen lernt, doch erst entdeckt, dass man Flügel hat, wenn man mit Büchern in Berührung kommt. Verlage haben es sich also zur Aufgabe gemacht, uns Lesern Flügel wachsen zu lassen. So auch die Schildjungfern Daniela und Anna vom Valkyren Verlag. Für einen Plausch mit den beiden ist der Skoutz in die Hauptstadt Berlin geflogen.

 

 

Der Valkyren Verlag möchte den deutschen, aber auch deutschsprachigen Lesern im Ausland den noch wenig bekannten und kaum erfassten Themenbereich der slawischen, östlichen und nordischen Kultur, Geschichte und Mythologie eröffnen. Im Vordergrund werden belletristische Romane (Mythen/Märchen, Phantastik, historische Romane, Science Fiction, Krimi/Thriller) stehen, aber auch Sachbücher sind geplant. Bisher sind zwei Romane im Verlag erschienen, fünf weitere sollen noch bis Ende des Jahres folgen.

Hier gibt es noch mehr über den Valkyren Verlag:

Damit ihr euch aber ein eigenes Bild vom Valkyren Verlag machen könnt, lassen wir jetzt Daniela und Anna zu Wort kommen, die euch erzählen werden, was sich die Schildjungfern auf die Fahnen geschrieben haben.

Lest selbst:

Daniela Höhne und Anna Werle erzählen vom Valkyren-Verlag

Wie würdet ihr euren Verlag in einem Satz beschreiben?

Daniela: Wir möchten mit unseren Geschichten neue Himmelrichtungen literarisch erkunden und diese auch unseren Lesern zugänglich machen; dabei steht die Unterhaltung im Vordergrund, aber vielleicht können wir auch zur Völkerverständigung beitragen.

Damit unterstützt ihr definitiv eine gute Sache.

Anna: Ein Verlag für Anders-Leser, den man unbedingt im Auge behalten sollte, wenn man anspruchsvoll bei der Wahl des Lesestoffs und offen für neue literarische Kulturen ist.

 

Was ist das „ganz Besondere“ an eurem Verlag?

Daniela: Unsere (Kurz-)Romane, Sachbücher und Anthologien widmen sich der nordischen und östlichen Mythologie. Außerdem sind wir ein tolles Team, das jeweils die andere ergänzt, wenn sie mal an ihre Grenzen stößt.

Anna: Die Vielleser unter uns wissen, dass der Buchmarkt ziemlich westlich ausgerichtet ist: wir fühlen uns in den mythischen Welten der Drachen, Feen und Vampire längst heimisch. Dies führt aber dazu, dass es immer schwieriger wird, ein Buch zu finden, welches uns mit seinen Charakteren und Handlungssträngen überraschen kann. Dabei gibt es nördlich und östlich von uns so viel Gutes und Neues zu entdecken. Der Valkyren Verlag hat sich der Sache angenommen und bringt diese Literaturschätze an den deutschen Leser, denn der weltweite Buchmarkt hat viel anzubieten!

Damit holt ihr quasi die Einherjer unter den Geschichten vom literarischen Schlachtfeld, wenn man mal mythologisch sprechen darf.

Verlage werden oft an ihren Covern gemessen. Was macht für euch ein perfektes Cover aus?

Daniela: Als Lektorin arbeite ich seit vielen Jahren mit Texten und kümmere mich wenig um Cover. Die Erzählweise muss in erster Linie stimmen, alles andere ist zweitrangig. Für die Valkyren habe ich aber mächtig dazugelernt. Persönlich ist mir wichtig, dass das Covermotiv zum Inhalt des Buches passt und ein Merkmal besitzt, dass Leser es nur einmal anschauen müssen um zu wissen, dass es zu uns gehört.

Anna: Bei einem Cover zählen sowohl der erste als auch der zweite Blick. Das heißt, das Cover muss Blicke auf sich ziehen, es muss etwas an sich haben, das es zu einem Eyecatcher macht. Und das Cover muss so konzipiert sein, dass der Betrachter Lust daran findet, es sich näher anzuschauen, Details zu entdecken. Wichtig ist auch, dass das Cover die Atmosphäre des Buches widerspiegelt und emotional berührt.

 

Was macht für euch ein perfektes Buch aus?

Daniela: Die Frage ist ein bisschen tricky, weil ich eben auch beruflich mit Geschichten (aller Art) arbeite (also vermutlich morgen mit dem Erzählen noch nicht fertig wäre).

Nur zu, wir haben Zeit!

Privat lese ich immer anders als beruflich. Da bin ich ein unheimlicher Korinthenkacker, privat jedoch gehe ich wesentlich ruhiger ans Lesen. Man muss sich eben auch mal auf ein Werk einlassen und wenn es „anders“ oder ein bisschen abgedreht ist, dann ist das eben so. Jeder Autor besitzt eine eigene Erzählstimme und die muss erkennbar sein. Persönlich lege ich sehr viel Wert auf die Figuren einer Geschichte, deren Beziehungen untereinander und ihre Motivationen. Wenn es auf dieser Ebene nicht funktioniert, reißt es auch eine Handlung (die ohne die Charaktere eigentlich keine wäre) selten raus.

Und weiter?

Als Sozialwissenschaftlerin muss die Welt in Phantastikwerken für mich bis ins Kleinste durchdacht sein, denn für mich machen die erdachten Gesellschaftssysteme einen großen Reiz des Genres aus. Deswegen bedaure ich es oft, dass es in den meisten Geschichten schlicht mittelalterliche Welten Punkt sind. Die historische Entwicklung unserer Welt muss nicht auch die gleiche einer anderen sein und wenn es nur wenige Veränderungen gibt, ändert sich im großen Gefüge schon Vieles. Auch das Spielen mit diesen Nuancen, diesem „was wäre wenn“ ist eigentlich mit die größte Besonderheit des Genres – und wird doch viel zu wenig benutzt. Wenn es ein Autor überdies noch schafft, die reiche Sprache, die wir besitzen, zu benutzen – und zwar komplett und nicht nur einen Teil davon – bin ich eine glückliche Leserin.
Die Valkyren veröffentlichen nur Werke, von denen sie voll überzeugt sind – hier mischen sich dann Beruf und privates Lesen.

Der perfekte Kompromiss.

Anna: Ich lese persönlich alles querbeet. Wenn das Buch gut geschrieben ist, dann hat es immer eine Chance bei mir, egal welches Genre.

Und was heißt dann “gut geschrieben”.

Gut geschrieben bedeutet für mich, wenn der Autor es schafft mich dazu zu bringen, dass ich in die Charaktere und Situationen hineinfühle. Eine Prise ungezwungenen Humor gehört für mich zu einem guten Buch auf jeden Fall dazu. Ansonsten finde ich, muss man sich als Autor an keine Schablonen halten und darf gerne kreativ sein, ob im Hinblick auf Plots, oder den Schreibstil. Denn Schriftstellerei ist eine Kunst! Es gab mal einen berühmten russischen Schauspiellehrer namens Stanislavski. Seine Bewertungen der Stücke und der schauspielerischen Leistungen einzelner Akteure beinhaltete immer nur einen Satz. Entweder sagte er: „Ich glaube dem nicht!“, oder eben: „Ich glaube dem!“ Genau so ist es bei mir und den Büchern: Ich muss zu jedem Zeitpunkt der Handlung „Ich glaube dem!“ sagen können.

 

Wenn ihr euren Lesern einen optimalen Leseplatz vorschlagen könntet, wo wäre das?

Daniela: Ich glaube, der Platz ist eher nebensächlich. Erst einmal in einer Geschichte drin, trägt diese ihre Leser ohnehin an andere Orte: Auf die Schwingen eines großen Drachen, in eine neblige Gasse an die Seite eines Meisterdiebs, ins Moor Fenmarken, um Diamantblumen zu pflücken oder nach Galirad zum Kreml der Fürstin Jelen, wo Wolkodav fälschlicherweise beschuldigt wird, ein gefährlicher Räuber zu sein.

Dem stimmen wir zu. Ist die Geschichte gut geschrieben, dann kann man sie überall lesen. 

Anna: Für mich wäre der perfekte Leseplatz ein schalldichter Raum, mit sicherem Schloss von innen an der Tür und einem bequemen Lesesessel mit vielen Kissen und einer kuscheligen Decke drauf. Am besten noch ein großes Fenster in der Wand, mit Ausblick auf das Meer oder Wald.

 

Welche Emotion wünscht ihr euch bei euren Lesern?

Daniela: Der Moment, wenn unsere Leser das jeweilige Buch am Ende zufrieden zuklappen. Ob sie davor gelacht, geweint, geflucht oder geliebt haben, spielt keine Rolle. Nur am Ende, da muss es stimmen.

Anna: Da stimme ich Daniela voll und ganz zu: am Ende muss man das Buch mit einem Gefühl der Zufriedenheit zuklappen. Ansonsten würde ich unseren Lesern eine gut dosierte Palette an allen Emotionen beim Lesen unserer Bücher wünschen.

Eure Bücher machen überaus zufrieden. 🙂

Wie und wo sprecht ihr eure Leser an?

Anna: Wir nutzen sämtliche Social-Network-Kanäle, wie Facebook, Twitter, Instagram. Auch bei LovelyBooks sind wir vertreten und haben unseren eigenen Verlagsblog auf der Homepage, der regelmäßig mit Neuigkeiten und interessanten Berichten gefüllt wird. Außerdem haben unsere Leser die Möglichkeit, auf der Verlagshomepage unseren Newsletter zu abonnieren, der einmal im Monat erscheint.

 

Wie ist die Beziehung zu euren Autoren?

Daniela: Bisher wirklich gut. Wir sind stetige Ansprechpartner und bemühen uns sehr, ein familiäres Klima zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen. Aber da wir wegen der Verlagsphilosophie bereits auf einer Wellenlänge schweben, gibt es auch immer interessanten Stoff zum Austausch.

 

Was war euer bisher größter Erfolg?

Daniela: Mit meinem subjektiven Auge die Tatsache, dass man unsere Publikationen (auch die zukünftigen) bereits weltweit wahrgenommen hat. Die zahlreichen Hilfsangebote (Testlesen z.B.) sprechen für sich und wir sind sehr dankbar dafür! Auch neue Autoren treten vor diesem Hintergrund an uns heran – ein schöneres Lob für unsere Arbeit kann es gar nicht geben.

Anna: Erfolg ist, wenn man sich Ziele setzt und diese auch erreicht. Das ist auch bei uns der Fall gewesen, als wir uns vornahmen, einen Verlag zu gründen und die Rechte für einen russischen Bestseller zu bekommen. Nun sind wir eineinhalb Jahre alt und haben Rechte für zwei Bestseller aus dem Osten und mehrere tolle, nationale und internationale Autoren im Team. Das kann man doch schon als Erfolg verzeichnen, meine ich, oder?

Absolut. Wir haben euch ja auch für uns entdeckt.

 

Und zum Schluss: Auf welche Frage möchtet ihr einfach nur mit „Ja“ antworten

Daniela: Mit einem Insider gesprochen: „Möchtest Du gerne wild werden?“

Anna: Daniela hat es auf den Kopf getroffen, genau diese Frage möchte ich einfach mit „Ja“ beantworten!

Dann bleibt gerne so wild, wie ihr seid. Wir und die Leser freuen uns drauf, doch ganz viele tolle Bücher aus eurem Verlag zu lesen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.