Verlagsportrait: Talawah Verlag

Bücher sind Tore in andere Welten, sie entführen uns für einige Zeit uns unserem Alltag und lassen Träume wahr werden. Der Lübecker Talawah Verlag hat sich genau das auf seine Fahnen geschrieben und möchte, dass sich seine Leser in der Magie der Zeilen verlieren und fesselnde Geschichten erleben.

Der Talawah Verlag, mit dem sich Norman Doderer 2015 einen Traum erfüllte, hat eine sehr aufregende Woche hinter sich. Neben einem weiteren Gesellschafter wurde auch die Verlagsprogrammserweiterung bekanntgegeben.

Neben Fantasy und Romance sollen in Zukunft auch Jugendbücher, Science Fiction, Krimis und Kinderbücher ein Zuhause unter dem brüllenden Löwen finden. Vier Titel umfasst das aktuelle Verlagsprogramm, doch weitere Veröffentlichungen sind schon in Planung.

 

Angesichts dieser spannenden Neuerungen und News hat Skoutz es sich nicht nehmen lassen und Norman Doderer mit Fragen gelöchert. Aber lest selbst:

Skoutz zu Besuch beim Talawah Verlag

Lieber Norman, womit würdet ihr euren Verlag in einem Satz beschreiben?

Talawah Verlag – Dein Portal zu fantastischen Welten
Was ist das „ganz Besondere“ an eurem Verlag?

1. Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Wie dürfen wir das verstehen?

Die Punkte, die mich damals veranlassten nicht zu einem Verlag zu gehen sondern mein Buch selbst zu veröffentlichen, möchte ich bei meinen Autoren so gut es geht vermeiden. Ich möchte kein Verleger sein, der Vorschriften macht oder Entscheidungen über die Köpfe der Autoren hinweg trifft.

Ein schöner Ansatz, aber ist es nicht das, was Autoren zu Verlagen bringt? Die Hoffnung, dass sie es besser wissen, wie man am Buchmarkt erfolgreich ist?

Wir sind ein Team und die Sache kann nur funktionieren, wenn jedes einzelne Mitglied zufrieden ist und zu 100 % hinter dem stehen kann, was wir so verzapfen 🙂
Wie schlimm muss es sein, wenn der Autor – der Schöpfer der Geschichte – im Endeffekt mit der Vollendung seines eigenen Werkes nicht zufrieden ist? Ich versuche also Entscheidungen, die sein Projekt betreffen, nur mit dem jeweiligen Autoren zu treffen. Natürlich kann es da mitunter zu Diskussionen kommen – aber für jedes Problem gibt es auch eine Lösung und für jede Meinungsverschiedenheit einen Kompromiss.

Da hast du dir wirklich tolle Ziele gesetzt und es bleibt zu wünschen, dass das auch immer so umsetzbar ist. Oft ist es ja nicht Unwissenheit, sondern Unvernunft, die eine Entscheidung steuern.

Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit unseren Bloggern. Auch hier versuche ich sie so gut es geht am Verlagsalltag teilhaben zu lassen.

Sehr spannend.

Sie sollen eben nicht nur „parat stehen“, wenn sich eine Neuerscheinung ankündigt und diese bewerten. Mir ist die Meinung der Jungs und Mädels sehr wichtig und ich wende mich oft mit Fragen an das gesamte Team. Alles in allem
kann man glaube ich sagen, dass wir einen recht familiären Umgang miteinander pflegen.

2. Qualität statt Quantität
Dies ist der zweite große Aspekt, der mir sehr am Herzen liegt. Mein Ziel war und ist es, nicht  möglichst viele Titel unters Volk zu streuen, um in kürzester Zeit ein riesiges Verlagsprogramm vorweisen zu können.

Das klingt jetzt aber mit eurem Slogan 18 Titel in 18 Monaten doch etwas anders? Erklär uns das doch genauer.

Jeder Autor investiert so viel Liebe, Kraft, Ausdauer, Zeit, Mühen und Gefühle in sein Projekt, dass ich es ihnen schuldig bin, ihr Manuskript mit derselben Leidenschaft zu behandeln. Aus diesem Grund möchte ich den Projekten, die unter dem
Löwenbanner erscheinen, über die gesamte Zeit die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sie verdienen. Das führt natürlich dazu, dass unsere Kapazitäten beschränkt sind und ich leider mehr Manuskripte ablehnen muss, als mir lieb ist. Aber ich denke, dass ich das unseren Autoren schuldig bin. Auch den Lesern gegenüber habe ich eine Verpflichtung. Auch hier möchte ich, dass nicht nur der Inhalt unserer Bücher, sondern das Gesamtpaket überzeugt.

Das ist ja aus Sicht des Lesers nur noch das Cover. Was uns zur nächsten Frage bringt…

 

Verlage werden oft an ihren Covern gemessen. Was macht für euch ein perfektes Cover aus?

Das perfekte Cover muss fesseln. Es muss Emotionen vermitteln, Neugier erzeugen, den Wunsch verspüren lassen, dem Buch unbedingt ein neues Zuhause geben zu wollen und den Betrachter für einen Moment nicht mehr loslassen.

Ja, das ist das Ziel, das so ungefähr alle verfolgen. Wie wollt ihr es bei Talawah erreichen?

Das ist natürlich ein schwieriges Unterfangen. Wie bei Allem im Leben ist auch der Geschmack bei Covern oft sehr unterschiedlich. Letztendlich bleibt es immer ein ganz subjektiver Eindruck, ob ein Cover gelungen ist oder nicht – ich denke, ein Cover ist „perfekt“, wenn es nicht nur diejenigen begeistert, die ohnehin den Stil des jeweiligen Bildes mögen, sondern, wenn es auch den einen oder anderen, der den Stil ansonsten nicht mögen würde, dazu bringt, das Cover zu würdigen.

 

Wenn ihr euren Lesern einen optimalen Leseplatz vorschlagen könntet, wo wäre das?

Ich bin eine originale „Kieler Sprotte“ – ein Küstenkind.

Hört man kaum. Was heißt das in Bezug auf den Leseplatz? Ein Leuchtturm?

Aus diesem Grund wäre meine Empfehlung für den optimalen Leseplatz eine stille Ecke irgendwo am Meer. Nichts entspannt so sehr, wie das leichte Rauschen der Wellen und nichts lässt einen sich besser hinfortträumen, als die Möwen auf ihrem Flug zu beobachten, wenn man für einen Augenblick von den Seiten seines Buches aufblickt.

 

Welche Emotion wünscht ihr euch bei euren Lesern?

Ich denke, das Nonplusultra wäre, wenn der Leser im Laufe der Geschichte die komplette Bandbreite an Gefühlen durchlebt. Liebe, Hass, Angst, Wut, Sehnsucht, Humor – um nur einige zu nennen.

Und welche ist die wichtigste… ?

Zufriedenheit. Was ich mir wünschen würde, wäre, dass der Leser unser Buch nach der letzten Seite zuklappt, es zufrieden zur Seite legt, noch etwas in Gedanken schwelgt und dann sagt: „Ja, dieses Buch hatte wirklich von Allem etwas.“

 

Wo trifft man euch? Kleiner Con oder große Messe? Warum?

Wir sind momentan noch ein sehr kleiner Verlag mit einem sehr schmalen Programm – aus diesem Grund werden uns die Leser, jedenfalls mit eigenem Stand, im Moment eher auf den kleineren Cons und Messen antreffen. Für das folgende Jahr ist allerdings auch eine Teilnahme an der LBM geplant. Bis dahin freuen wir uns auf interessierte Leser und Autoren auf den kleinen, aber feinen Veranstaltungen.

 

Verkaufscharts oder Literaturpreis – was ist euch wichtiger?

Um ehrlich zu sein – keines von beidem. Natürlich würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass mir beides nicht gefallen würde. Wer würde nicht gerne einen Preis für seine Arbeit erhalten oder seine Werke in den Verkaufscharts sehen wollen? Aber ich denke, dass sich „Erfolg“ auch völlig anders messen lässt: An der Resonanz und dem Feedback der Leser. Eines meiner bislang schönsten Erlebnisse im Verlagsalltag war, dass in einer der Büchergruppen bei Facebook auf die Frage hin, welches denn die momentanen Lieblingsverlage der Leser seien, auch unser Name viel. Davon werde ich noch sehr lange zehren können 🙂

 

Bitte vervollständigt die folgenden Sätze:

● Autoren sind für uns … die wahren Sterne am Verlagshimmel.

● Erfolg ist, wenn … sich die persönlich gesteckten Ziele nach und nach realisieren.

● Wenn wir morgens ins Büro kommen, machen wir als Erstes … Kaffee.

● Das perfekte Buch ist … eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

● Euer Verlagsmaskottchen ist … eine kleiner Löwe namens Nalani, der uns vom Drachenmond Verlag gestiftet worden ist.

● Ein typischer Spruch aus dem Verlagsalltag ist … „Das muss doch funktionieren … verdammt.“

 

Und zum Schluss: Auf welche Frage möchtet ihr einfach nur mit „Ja“ antworten?

Ist die Verlagsarbeit ein Traum, den ihr lebt?

 

Mehr über den Talawah Verlag findet ihr hier:

Homepage des Talawah Verlags

Facebook-Profil des Talawah Verlags

 

Lieber Norman, vielen Dank für die Einblicke in euer Verlagsleben. Wir wüschen euch und euren Büchern viel Erfolg und stellen natürlich alles gerne auch auf Skoutz vor!

 

 

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