Skoutz-Jahresendspurt – zweiundzwanzigstes Türchen von Astrid Korten

Einen wundervollen Freitag wünschen wir euch. Unserer zweiundzwanzigstes Türchen hat die wundervolle Astrid Korten für euch bereitgestellt. Die vielseitige Autorin, die normalerweise ihre Fans mit Thrillern begeistert, schreibt nebenbei auch mal Drehbücher und humorvolle Kurzgeschichten. Heute hat sie euch etwas ganz Exklusives mitgebracht – einen Tag aus dem Leben von Bernhard Fies.

Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit Astrid Kortens Bernhard aus Übelacker 🙂

 

Der Mensch aus Übelacker

oder

Ein Tag im Leben von Bernhard Fies

 

 

Kapitel 1

Der Morgen

 

 

Ich heiße Bernhard-Erdogan Fies und bin Jobvermittler (JV 1A) im Arbeitsamt der Kleinstadt Übelacker.

In der Agentur für Arbeit behaupten meine Kollegen, dass Lachen gesund sei oder die beste Medizin, um die Arbeitssuchenden zu motivieren. Für mich sind das Sätze, die wie Binsenweisheiten klingen. Sie haben keine Berechtigung – für mich, denn ich bin immer schlechtgelaunt, und das gern. Lachen ist einfach nur ekelhaft, und schon gar nicht in meinem Job als JV 1A.

Gelotologie wird die Wissenschaft genannt, die sich mit den körperlichen wie psychischen Auswirkungen von Lachen beschäftigt. Aber als ich im Netz recherchiert habe, welche Wissenschaft sich mit der schlechten Laune beschäftigt, kam ich zu einer erschütternden Erkenntnis. Keine! Eine Schande! Ein Skandal!

Ich wünsche mir sehnlichst, dass ein humorloser, schlecht gelaunter Mensch mal ein Star wird. Ein Superstar wie mein Namensvetter in der Türkei. Vielleicht würde sich dann mal jemand mit der schlechten Laune beschäftigen. Der Typ gefällt mir. Der macht das richtig. Der hält Europa in Atem und lässt die Kultur der schlechten Laune nicht untergehen.

Heute haben die Figuren auf den Bildschirmen, im Netz und weiß Gott wo sonst noch, gefälligst super gut drauf zu sein, das heißt nicht zwangsläufig nett und lieb, aber bitte bloß nicht „schlecht gelaunt“.

Wenn einer „übel gelaunt“ rüberkommt, ist das fast schon sein mediales Todesurteil, da mag er noch so viel auf dem Kasten haben und noch so viele Gründe für seine schlechte Laune.

Im echten Leben trifft man die Schlechtgelaunten natürlich immer noch – in der Türkei, in Moskau, in Syrien, im Weißen Haus oder hier bei uns in Übelacker. Dort sind wir unter uns: Stinkstiefel, Weltverächter und Misanthropen. Sie begegnen uns in der Familie, im Büro und im Fahrstuhl, auf dem Arbeitsamt, und leider wird unsere Lebenshaltung selten durch die Prise Humor veredelt, die schlechte Laune unterhaltsam machen kann.

Wissen Sie, ich wurde in Übelacker geboren, bin deutsch-türkischer Abstammung mit einem genetisch bedingten Defekt dem sogenannten Kleinwuchs – wie mein Namensvetter in der Türkei –, der auch meinen und seinen Gesichtsausdruck erklärt. Er ist derart düster und eingefroren, dass mein Gegenüber befürchten muss, innerhalb der nächsten Sekunde eine gewischt zu bekommen.

Ich bin ein Troll, ein Prolo par excellence. Ich liebe den Regen, meide die Sonne, spucke auf den Bürgersteig, kratze mich in der Öffentlichkeit am Sack und beschimpfe grundlos Kassiererinnen,  Kanzlerinnen, Bankangestellte, Arbeitsuchende und was da sonst noch draußen herumläuft. Während der Autofahrt tippe ich mir im Minutentakt mit Vorliebe an die Stirn, weil nur Idioten den Straßenverkehr bevölkern.

Manchmal vergifte ich hügelproduzierende Ungeheuer, die meinen Rasen umgraben. Ein Maulwurf im Garten – Nein! Da benehme mich wie der Türkisch Erdogan: Was stört – weg damit! Überhaupt verbindet mich einiges mit dem Feind der Liberalität. Erwische ich den Köter meines Nachbarn in meiner Einfahrt beim Kacken, knalle ich ihn ab, wie neulich seine Tauben.

Ich bin ein Kotzbrocken, der unbesorgt um sozialen Status den Vorkämpfer macht. Mein miesepetriges Aussehen mag auch daran liegen, dass ich eine Zangengeburt war. Mein Kopf ähnelt einem Zäpfchen, nur dass ich niemand in den Arsch krieche. Ich trete lieber

dorthin. Nur eines verstehe ich nicht: Ich mache mit meiner schlechten Laune sehr vielen Menschen gute Laune. Sie schütteln den Kopf und grinsen, wenn sie mich sehen.

Ich bin ein Scheißkerl, der vorlebt, was viele sich insgeheim wohl wünschen. Einfach mal eine Fresse ziehen, nicht so tun, als würde das Leben Spaß machen. Humor ist echt Scheiße. Wenn einer grinst, dann bediene ich mich meines Ekelwortschatzes und mache ihn fertig – wie mein Namensvetter. Halb Übelacker gehört obendrein in den Knast – Einzelhaft – wegen der politischen Ansichten.

Ich feiere heute meinen fünfundsechzigsten Geburtstag, meinen letzten Arbeitstag und den Todestag meiner Frau. Sie hat mir vor einem Jahr ein kleines Vermögen hinterlassen, obwohl ich sie wie einen Fußabtreter behandelt habe. Irgendwann war sie zum Islam konvertiert und verhüllte sich in schwarz, trug selbst eine Burka. Da musste ich mir wenigsten ihr dummes Gesicht nicht ansehen. Sie stand wohl auf den Fetisch. …

 

Ihr wollt wissen, wie die Geschichte weitergeht? Dann könnt ihr sie euch downloaden, in dem ihr auf das Bild des blauen Männchens klickt.

Klick mich für die ganze Geschichte!

 

Vielen lieben Dank für diese wirklich äußerst lustige Geschichte. Wir hatten sehr viel Freude damit und hoffen, sie hat euch ebenso gut gefallen wie uns. Wenn ihr mehr von Astrid Korten lesen wollt, holt euch doch ihren neusten Psychothriller “Lilith – Eiskalter Engel” direkt hier. Mehr über die vielen Bücher der talentierten Autorin und sie selbst bekommt ihr entweder auf ihrer Homepage oder ihrer Facebook-Seite.

Wir würden uns freuen, wenn ihr auch morgen wieder mit dabei seid und schaut, wer sich hinter dem nächsten Türchen versteckt …

2 thoughts on “Skoutz-Jahresendspurt – zweiundzwanzigstes Türchen von Astrid Korten

    • Liebe Susanne,
      hast du gesehen, dass sich hinter dem blauen übellaunigen Monsterchen die ganze Geschickte aus Übelacker befindet. Aus Platzgründen haben wir nur einen Ausschnitt gepostet und den Rest hat die liebe Astrid Korten als Download zur Verfügung gestellt.
      Viel Spaß.

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