Skoutz-Jahresendspurt – einundzwanzigstes Türchen von Akram El-Bahay

Herzlich willkommen. Unser einundzwanzigstes Türchen öffnet für euch der charmante Fantasy-Autor Akram El-Bahay. Der vielseitige Autor und Journalist, der mit seinen Fantasy-Büchern seine Leser in fantastische Welten voller Drachen und anderer geheimnisvoller Wesen entführt, ist in zwei Kulturkreisen groß geworden. Der arabische Einfluss seines ägyptischen Vaters spürt man in sehr vielen seiner Geschichten – und auch heute bekommen wir einen exklusiven Einblick in die zauberhafte Welt seines neusten (orientalisch anmutenden) Märchens “Die Bibliothek der flüsternden Schatten – Bücherstadt”.

Wir wünschen euch viel Spaß …

 

Interview mit dem Dieb Samir, der es dank einer List in die Palastwache Mythias geschafft hat

 

Das Haus der Ikariq, der erfolgreichsten Diebesorganisation Mythias. In der Eingangshalle steht ein großer Tisch, auf dem die unterschiedlichsten Dinge liegen. Glitzernder Schmuck, ein altes Bild, das Schwert eines Wächters. Daneben hat es sich ein sogar ein Zebra gemütlich gemacht und sieht sich um. In der Ecke steht ein kleiner Baum mit langgezogenen, fadenförmgen Blättern. Einige Dutzend Männer unterschiedlichen Alters stehen in Gruppen zusammen und reden miteinander. Samir, einer der Ikariq, betritt in Begleitung die Halle.

Skoutz: So hatte ich mir das Winterfest der Diebe nicht vorgestellt.

Samir: Nicht? Nun, was dachtest du? Dass die Ikariq sich gegenseitig kleine Geschenke machen? Du bist bei den Elstern.

Skoutz: Also ist das alles hier …

Samir: Gestohlen. Ja. Es sind eben Diebe. Du musst das Spiel verstehen. Jeder Ikariq versucht im Lauf des Jahres etwas Besonders zu stehlen. Ohne Auftrag. Nur für den heutigen Tag. Wer das Einzigartigste am letzten Tag des Jahres hier auf den Tisch legt, wird von Vicente mit einem Bonus belohnt und erhält den Titel Dieb des Jahres.

Skoutz: Vicente?

Samir: Mein … Nun, der Anführer der Ikariq. Mythias oberster Dieb. Und mehrmaliger Gewinner dieses kleinen Wettbewerbs. Aber seit er selbst keine Aufträge mehr annimmt, entscheidet er nur noch über den Gewinner. Ist sicher auch gerechter so. Früher war er gleichzeitig Preisrichter und Teilnehmer. Sogar für seine Verhältnisse war das sehr durchtrieben.

Skoutz: Ist er das? Der kleine Mann da? Hat er sich die Haare gefärbt? Und was ist mit seinen Zähnen passiert? Sie strahlen so weiß wie Kalk. Die Frau an seiner Seite ist seine Tochter, oder?

Samir (hüstelt): Oh, er hat keine Tochter. Zumindest keine, von der ich wüsste. Und er ist unfassbar eitel. Siehst du seine Schuhe? Die Sohlen sind extra dick. Er kennt einen Schuhmacher, der sehr geschickt darin ist, seinen Kunden ein paar zusätzliche Zentimeter zu schenken.

Skoutz: Also ich … Moment, wo ist meine Kette? Wieso hat sie der Alte da in der Hand?

Samir: Oh, das ist Isembart. Der geschickteste Taschendieb unter uns. Er hat wohl vergessen etwas mitzubringen. Ärgere dich nicht. Ich stehle dir die Kette nachher wieder zurück.

Skoutz: Nun gut, und wenn ihr gleich wisst, wer der beste Dieb des Jahres ist, was geschieht dann?

Samir: Dann wird gegessen. Wir sitzen unter den Blättern der Kasuarine und sind zusammen. Darum geht es doch, oder? Hier nimm. Mythias berühmte Nusskekse. Das Rezept haben die Wüstenleute in die Stadt gebracht. Sie schmecken eigentlich zu jeder Jahreszeit. Aber Vicente besteht darauf, dass sie in diesem Haus nur im Winter gebacken werden, so wie es seine Mutter früher gemacht hat. Ist manchmal ganz schön sentimental, der Alte.

Skoutz: Und was legst du auf den Tisch?

Samir: Ich? Nun, ich habe da so ein Buch. Es stammt aus Paramythia, der Stadt der Bücher unter der Stadt der Menschen. Aber das ist eine andere Geschichte …

 

Mythias Nusskekse

60 g geschmolzene Butter
1 kg Mehl
2 EL Sesam
150 g Honig
je 1/2 TL Salz, Kardamom, Zimt, Nelkenpulver
50 g Hefe
2-3 TL Zucker
50 g gemischte Nüsse
1 Eigelb

– 2 EL Butter mit 2 TL Mehl zu einer Paste verrühren, Sesam rösten und zugeben
– Honig einfließen lassen
– Mehl und Salz mit den Gewürzen vermengen, Butter-Honig-Mischung hinzufügen und zu einem Teig verrühren. Dabei die restliche Butter zugeben.
– Hefe in 100 ml lauwarmem Wasser auflösen, weitere 100 ml lauwarmes Wasser hinzufügen und zum Teig geben
– Teig in kleine Bällchen teilen und und 2 Stunden gehen lassen
– Nüsse, Zucker und Eigelb mischen, Teigkugeln flach drücken und mit ein wenig Nussmasse füllen, dann schließen und erneut zur Kugel formen
– Bällchen gut 20 Minuten im vorgeheizten Ofen (160 °C Umluft) backen

 

Vielen lieben Dank, lieber Akram El-Bahay, dass du uns nach Paramythia mitgenommen und uns Samir vorgestellt hast. Wir werden dieses Treffen sicher nie vergessen und uns immer daran zurückerinnern, wenn der Duft dieser außergewöhnlichen (und extrem leckeren) Kekse unser Haus erfüllt.

Wenn ihr nun Lust habt Paramythia selbst zu besuchen und herauszufinden, was es mit der Stadt der Bücher in “Die Bibliothek der flüsternden Schatten – Bücherstadt” auf sich hat, dann könnt ihr euch das spannende Abenteuer hier holen. Mehr Informationen zum Autor selbst und seinen anderen Büchern (für 2018 sind auch wieder viele tolle Veröffentlichungen geplant) bekommt ihr auf seiner Facebook-Seite. Wir hatten vor einiger Zeit auch das Vergnügen, dem Autor selbst ein paar Fragen zu stellen, wenn euch interessiert, was er erzählt hat, könnt ihr im zu-Besuch-bei-Interview nachlesen. (weiterlesen)

Wir hoffen, ihr hattet viel Spaß bei diesem exklusiven Ausflug nach Mythia und schaut auch morgen wieder rein, wenn ein weiterer Autor sein Türchen öffnet …

2 thoughts on “Skoutz-Jahresendspurt – einundzwanzigstes Türchen von Akram El-Bahay

  • Hallöchen ihr Lieben! 🙂

    Eine toller Einblick und ich kenne seine Geschichten und finde er schreibt fantastisch. 🙂

    Liebe Grüßle Susanne

  • Ich kenne leider die Geschichten bis dato noch nicht, aaaber das wird sich in absehbarer Zukunft ändern, immer wieder schön interessante Autoren mit tollen Büchern zu entdecken…. meine WuLi nimmt immer größere Ausmaße an *seufz*

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