Skoutz-Jahresendspurt – siebenundzwanzigstes Türchen von den Skoutzen

Heute öffnen wir schon unser siebenundzwanzigstes Türchen und der Skoutz-Jahresendspurt neigt sich so langsam dem Ende. Deswegen haben wir von der Skoutz-Redaktion beschlossen, dass wir euch auch in einem Türchen ein wenig überraschen wollen. Sofern das, wir euch zu sagen haben, überraschend sein kann.

2017 war für uns aus verschiedenen – persönlichen und auch skoutzigen – Gründen ein sehr aufregendes Jahr. Wir haben den Skoutz-Award zum zweiten Mal verliehen und blicken auf sehr viele wundervolle buchige Erlebnisse zurück. Kay hat ja in ihrem Weihnachtsbrief diesem siebenundzwanzigsten Türchen schon etwas vorgegriffen. 🙂

Aus dem Grund haben wir uns mal in der Redaktion umgehört und dort die persönlichen Eindrücke für euch gesammelt. Wir wünschen euch viel Spaß.

 

Freydis

Den Anfang macht unsere liebe Freydis, die für euch ein zauberhaftes Gedicht geschrieben hat.

 

Rauhenächte

Jul ist noch nicht lang vorüber,
drei Nächte ist es eben her,
die Landschaft ist mit Schnee bedeckt,
sie hat etwas von einem weichen, weißen Meer.
Der Mond wirft auf die Umgebung
sein blasses, kaltes Licht.
Wer klug ist, sitzt in seinem warmen Hause
nur einer tut dies nicht.

Etwas kämpft sich durch die kalten, weißen Massen
und stört das friedliche Landschaftsbild.
Mit einem Male zieht ein eisiger Wind auf
und verwirbelt den Schnee, bis er tanzt, wie wild.
Eine dunkle Wolke schiebt sich vor den Mond,
verdeckt dessen blasses Licht
und bunte Schlieren überziehen den Himmel
aber das Nordlicht ist es nicht.

Das Etwas aus dem weißen Meer,
es legt an Eile zu,
das bunte Licht am Firmament
bringt es aus der Ruh.
Es sucht sein Heil im nahen Wald,
dort, wo die alten Kapellenruinen stehen,
denn auf so heiligem Grund ist Gott zuhaus
und dort sollte ihm nichts geschehen.

Das “Etwas“ dort auf der Flucht
ist ein kleiner, betagter Herr
un
d die Lichter am Himmel kein Naturschauspiel,
sondern Wotans wildes Heer.
Der wilde Jäger zieht über das Land
und sammelt Seelen für seine Kriegerschar.
Sind die Rauhenächte vorüber, kehrt er mit ihnen nach Asgard heim,
bis zu Jul im nächsten Jahr.

Der kleine, alte Mann hat nun den Wald erreicht,
die Ruinen sind so nah,
dort wähnt er sich in Sicherheit,
die Jäger sind fast schon da.
Er hat mit seinem Leben noch nicht abgeschlossen,
er dachte, er hätte noch Zeit,
er will noch nicht nach Asgard ziehen,
dafür ist er noch nicht bereit.

Die rettenden Ruinen sind erreicht,
hier hat der wilde Jäger keine Macht.
Der alte Mann atmet erleichtert auf,
dem Ende zu neigt sich die Nacht.
Doch an eines hat er nicht gedacht,
vielleicht weiß er es auch einfach nicht:
die Ruinen wurden auf einem germanischen Heiligtum erbaut,
seine Flucht hier her nützt ihm leider nichts.

Die wilde Jagd ist nun heran,
Wotan und sein Kriegerheer,
der alte Mann sieht sich in Sicherheit,
da fliegt Gungnir, Wotans Speer.
Der Speer fliegt über des alten Haupt,
Widerstand nutzt ihm nun nichts mehr,
auch wenn er es noch nicht ahnt,
nun ist er Teil vom wilden Heer.

Es bricht ein neuer Tag an,
hell und klar,
L
icht bricht sich dort bahn,
wo vorher Dunkel war.
Nur einer wird ihn nicht mehr erleben,
Wanderer finden ihn wohl bald.
Seine Seele zieht nun mit der wilden Jagd,
sein Körper aber schläft den letzten Schlaf in den Ruinen im Wald.

Freydis Nehelenia Rainersdottir, 23.12.2017

 

Wow, vielen Dank, liebe Freydis, für dieses wirklich tolle Gedicht.

 

Peter

Von unserem lieben Peter wollten wir wissen, welche Vorsätze er sich fürs neue Jahr genommen hat.

Mein Vorsatz für 2018?

Mehr Zeit fürs “echte” Lesen, da ich mir momentan zwar auf dem Weg oft Hörbücher gönne, aber richtige Bücher eigentlich nur im Urlaub in die Hand zu nehmen schaffe. Ich hoffe, dass ich damit meinen SUB irgendwie in den Griff bekomme, der durch die ganzen Midlists vom Skoutz-Award schon wieder gewachsen ist …

 

Gundel

Unsere zauberhafte Gundel steht uns immer mit Rat und Tat zur Seite und wir haben sie gefragt, welchen Tipp sie euch für 2018 geben kann …

Mein Tipp für 2018:

Katerfrühstück. Wenn ihr die Nacht von 17 auf 18 wild gefeiert habt, braucht ihr für 2018 vor allem eins: einen klaren Kopf!

Dazu ist es wichtig zu wissen, dass Alkohol dehydriert. Sprich: Man scheidet mehr Flüssigkeit aus und das führt zu einem Großteil der Kater-Symptome. Dabei werden außerdem Elektrolyte ausgeschwemmt, was Kopfschmerzen und wackelige Beine beschert. Was tun? Ganz einfach: Experten raten zu einem herzhaften, gut gewürzten Frühstück: Rührei mit Bacon und Vollkornbrot mit Butter dazu. Ein Espresso, am besten mit einem Spritzer Zitronensaft, aber der muss nicht in den Espresso, der geht auch in etwas Wasser auf ex getrunken. Wer kein Ei und keinen Bacon mag, greift zu einem echten Birchermüsli, das auch viele Elektrolyte ersetzt: Apfel reiben, mit Haferflocken, ein paar Beeren oder Rosinen mischen, etwas Milch oder Hafermilch und … voilà: Es geht los mit dem neuen Jahr! (Da kann der Spritzer Zitronensaft auch rein). Wer vorher kurz nach dem Duschen noch mit einer weichen Bürste trockengebürstet hat, wird sich sogar noch fitter fühlen! 😉 Also: Prosit!

 

Aber was wäre unser siebenundzwanzigstes Türchen ohne Bücher?! Hier sind dann unsere

Lesehighlights 2017

Unsere Redaktion hat natürlich auch viel gelesen im letzten Jahr und für euch ein paar Highlights zusammengetragen.

Janika:

Das Lied der Krähen” hat mich sehr positiv überrascht. Mit der “Grischa”-Trilogie bin ich damals nicht richtig warm geworden, aber dieses Buch klang so gut, dass es sofort mein Interesse geweckt hat.
Die Aufmachung ist wunderschön, und obwohl ich wenig Zeit zum Lesen hatte, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Gerade weil ich eigentlich nur noch wenige Übersetzungen aus dem Englischen lese, ist das ein dickes Lob. Und ich bin eigentlich niemand, der Fan-Fähnchen schwenkt, aber hier muss ich sagen: Team Inej!

Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Kann es kaum noch abwarten, gerade nach dem spannenden Ende. Absolute Leseempfehlung meinerseits!

 

Lisa: 

Melanie Raabe “Die Falle“, einfach weil ich die Sprache dieser Frau so sehr liebe, sie ist poetisch, treffend, melancholisch, leise, laut und rasant. Es gibt perfekt gesetzte Spannungsmomente und man fühlt eine förmliche Symbiose mit der Hauptfigur. Einfach grandios.

Libellen im Kopf” von Gavin Extence – ein Buch, das seine Kraft erst nach dem beenden der letzten Seite vollends entfaltet. Es birgt so viel, ist hart und unerbittlich, ehrlich und mitreißend. Eine echt Überraschung für mich.

Hallo Leben, hörst du mich?” von Jack Cheng. Ein Buch, das mich einfach überzeugt hat, von jedem Wort das es beinhaltet, von jeder Figur und von dem überwältigenden Ende. Emotional, wundervoll, lustig und traurig zugleich.

Eine Insel im Meer” von Annika Thor
Erzählt für Jung und Alt über die Auswirkungen des Krieges aus einer ganz neuen einfühlsamen Perspektive. Man kann diese Geschichte mit all ihren Gefühlen so gut nachempfinden und fühlt sich zwischen den schillernden Figuren schon fast geborgen.

Baby Doll” von Hollie Overton war für mich ein großartiges Leseerlebnis, weil es einen Blick in die Abgründe jeder menschlichen Seele liefert und dabei sogar auf einer emotionalen Ebene berührt, die einem die Tränen in die Augen treiben kann, was mir noch nie bei einem Thriller passiert ist.

Die Moortochter” von Karen Dionne war einfach unfassbar spannend, hat eine ganz neue beklemmende Perspektive geschaffen und viel auf der psychologischen Ebene abgehandelt. Es gibt sehr komplexe Figuren, verstörende Szenen und wahre Begebenheiten, die einen einfach umhauen. Dieses Buch kann man nur lieben oder hassen – ich liebe es.

 

Martina: 

Die Schule der Nacht” von Ann A. McDonald – eine geniale Mischung aus Spannung, Mystery und sehr starken Charakteren. Ihr Stil, die poetische Sprache, erzeugt Bilder,die so lebendig und eindrücklich sind. Ein Roman voller Überraschungen.

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen” von Sarah J. Maas – ich liebe Märchen und dieses erinnerte mich so sehr an Belle und Prinz Adam aus “Die Schöne und das Biest”. Extrem spannungsgeladen, sehr gefährliches und düsteres Setting, viele Geheimnisse und dazwischen so viele Gefühle. Ein Buch, das mich persönlich absolut mitgerissen und begeistert hat.

Der Weihnachtosaurus” von Tom Fletcher – ein wahres Lesespektakel. Modern, frech und dennoch tiefgründig. Pfiffige Wortspiele, viel Humor und diese genialen Illustrationen machen diesen Kinderroman auch zu einem Erlebnis für Erwachsene. Ich muss gestehen, ich habe jeden Abend weitergelesen, auch wenn meine Kids schon schliefen – ich konnte es nicht aus der Hand legen!

 

Peter: 

Meine drei Lieblingsbücher dieses Jahr waren:
A wise man’s fear von Patrick Rothfuss;
World Order von Henry Kissinger;
The Snowman von Jo Nesbo

 

Emily:

Em Evol” von Anne Steen – die etwas andere Liebesgeschichte. Auch ohne Erotik hat mich das Buch um Rosalind und William King einfach begeistert. Ein toller Sprung in die Vergangenheit.

Kings of Hearts“-Reihe von Sarah Saxx – Die King-Brüder, die heißeste Versuchung, seit es Sarah Saxx gibt. Heiß, sexy und einfach unwiderstehlich!

DIe “Dein für …“-Reihe von D.C. Odesza – Wer bei der Sehnsüchtig-Reihe schon gehofft hat, dass Lawrence endlich unter die Haube kommt, der wird von dieser Reihe begeistert sein …

 

Madeline:

Am besten hat mir Hereingelesen von unserer Kay gefallen. Das ist jetzt keine Lobhudelei, weil ich hier sonst Haue bekomme. Das Buch ist ja ein ziemlicher Schinken und für einen Langsamleser wie mich eine echte Herausforderung. Leider lese ich viel zu wenig, aber dieses Buch hat mich in jeder Zeile, mit jedem Wort gefesselt und mitgerissen. Endlich lese ich wieder gerne.
Und darum habe ich mir für das nächste Jahr auch vorgenommen, meinen SUB mit aller Entschlossenheit in Grund und Boden zu lesen. Außerdem entwickle ich, da ich ja nebenbei Sport studiere, gerade ein durch und durch skoutziges Programm, das wir nächstes Jahr vorstellen wollen: Bookarobic. Fitness für Booknerds.

 

Kay:

Mein Lesehighlight dieses Jahr war ganz unverhofft der Narbenkönig von Isabell Schmitt-Egner, weil ich so gar nicht damit gerechnet hätte. Mein Problem ist, dass ich so viel lese, auch für Skoutz, dass ich nur noch sehr selten das Gefühl habe, wirklich überrascht und mitgerissen zu werden. Hier ist das gelungen, weil ich gleich mehrfach auf dem völligen falschen Fuß erwischt wurde. Danke.
Ebenfalls sehr berührt hat mich Ascheland, das im positiven Sinne total abgefahrene Buch von Oliver Kyr, das völlig zu Recht in der Shortlist für den Contemporary-Skoutz war. Und Black Memory, der Crime-Skoutz dieses Jahres von Janet Clark. Vor allem aber wegen ihrer Dankesrede auf der Skoutz-Gala. Janet erzählte, dass sie das Buch in einer anderen, besseren Perspektive ein zweites Mal geschrieben hat. Und das hat mich so fasziniert, dass ich es mit diesem Wissen nochmals gelesen habe. Das war nicht nur inhaltlich, sondern auch handwerklich absolut mitreißend für mich.

Kays Rückblick

Diese Lesehighlights sind nur ein winziger Ausschnitt aus der riesigen Flut wirklich genialer, leidenschaftlicher, lustiger, trauriger, spannender, lehrreicher Bücher, die ich für Skoutz sichten, lesen und lieben durfte. Ich möchte ohne Bücher und Geschichten nicht sein. Es war ein wunderbares Jahr mit tollen Begegnungen mit Autoren und Verlegern, Buchhändlern, Bloggern, Lektoren, Coverdesignern und Buchmenschen in all ihren Facetten. Ich danke dem Skoutz-Team, die zwischen Studienstress, Autorenfrust, Kinderterror, Berufsärger und all den anderen Dingen, die so außen herum immer passieren, doch an fast jedem Tag immer noch ein bisschen skoutzig waren.

Auch wenn Sabine, Sabine, (es sind wirklich 2!) Herbert und Andrea nicht mehr dazu gekommen sind, ihre Lesehighlights zu benennen, sind sie dennoch ein wichtiger Teil des Teams, den wir nicht missen wollen!

 

Martina

Und das war auch schon unser siebenundzwanzigstes Türchen für euch. Ich hoffe, euch hat der kleine skoutzige Ausflug gefallen. Vielleicht ist der ein oder andere Buchtipp auf der Wunschliste gelandet oder ihr erinnert euch nach einer wilden Partynacht an Gundels Tipps. Vielleicht aber lehnt ihr euch einfach auch nur zurück und genießt das tolle Gedicht von Freydis. Wir freuen uns schon riesig auf ein skoutziges 2018 und hoffen, dass ihr morgen wieder dabei seid, wenn das nächste Türchen geöffnet wird …

 

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2 thoughts on “Skoutz-Jahresendspurt – siebenundzwanzigstes Türchen von den Skoutzen

  • Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

    Toller Beitrag und ich finde ihn nicht nur gelungen was meine WuLi angeht! 🙂

    Liebe Grüßle aus Contwig, Susanne

  • Wow, an dieser Stelle erst mal ein Dickes Dankeschön für die tolle Arbeit die jeder einzelne hier geleistet hat. Nun steht der Jahreswechsel an und ich wünsche jedem das Beste und daß das nächste Jahr für jeden gut anfängt und in seinem Lauf viele schöne Dinge bereithält.
    Danke auch daß meine WuLi immer größer wird und ich immer wieder tolle Autoren finde 😀
    Macht weiter so
    Ganz liebe Grüße und vielleicht sieht man sich ja auf der ein oder anderen Veranstaltung, würde mich freuen
    bis dahin
    Alles Gute

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