Skoutz-Classics: Homchen – Tierfantasy aus der Kreidezeit von Kurd Laßwitz

Unter Skoutz-Classics stellen wir euch heute mit Homchen ein Tiermärchen aus der Kreidezeit vor. Dieses Buch ist schon deshalb ganz besonders, weil es von einem der Pionieren der deutschen Science Fiction, dem leider viel zu früh verstorbenen Kurd Laßwitz stammt. Laßwitz beweist mit dieser 1912 erschienenen Geschichte, wie fantastisch eine tiefsinnige Geschichte über die Macht des Andersseins und der Toleranz, die eine SF-Ikone in der Steinzeit ansiedelt, doch sein kann.

Ein Klassiker ist Homchen nicht nur zu Ehren eines großen Autors, sondern auch aufgrund seiner wundervollen Sprache und der für seine Zeit richtungsweisenden Art, wie Bildungsstoffe (Evolution) unterhaltsam nahegebracht werden können.

 

Um was geht’s in Homchen?

Homchen ist ein früher Vorfahr des Menschen, der im ausgehenden Zeitalter der Dinosaurier lebt. In der Sippe der Kala ist das Beuteltier ein Außenseiter, weil es sich traut, den Schutz der sicheren Nacht zu verlassen und auch am Tage seine Possen zu treiben. Als Homchen einen Flugsaurier tötet, sinnen die großen Echsen auf Rache. Die Beuteltiere verstoßen es aus der Sippe, und der kleine Held geht auf die Suche nach der geheimnisvollen roten Schlange. Während seiner abenteuerlichen Reise wird Homchen zum Wegbereiter der menschlichen Evolution, und nach der großen Sintflut bricht schließlich das Zeitalter der Säugetiere an.

Die von uns vorgestellte Neuausgabe enthält den Text der Erstveröffentlichung (1902) und ein Vorwort, in dem der Prähistorik-Experte Dr. Bernhard Kempen den evolutionstheoretischen und politischen Kontext des vordergründig unterhaltsamen Märchens beleuchtet.

 

Wie fanden wir Homchen?

Kurd Laßwitz war in vielen Gedanken der heutigen Zeit weit voraus und bietet auf viele ganz aktuelle Fragen auch heute umsetzbare Antworten. Das erkennt man auch bei Homchen. In einer kindgerechten Geschichte mit einer auch heute noch poetischen Sprache werden ganz beiläufig so große Fragen wie Toleranz und Mut zum Anderssein aufwirft und ihre Lösungen am Beispiel der (damals aktuellen) Evolutionstheorie entwirft. Das ist ein Kunststück, für das wir eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen möchten.

 

Wem verdanken wir Homchen?

Kurd Laßwitz ist heute vielen nur noch als Namensgeber des angesehenen Kurd-Laßwitz-Preises für Science Fiction-Literatur ein Begriff. Kein Wunder, gilt er als einer der Väter der modernen Science Fiction. Dabei wusste der promovierte Physiker, wovon er schreib. Seine Romane sind anders die seiner Zeitgenossen und Pionierkollegen Jules Verne und H.G. Wells philosophisch tiefgründiger und gesellschaftskritischer.

Nach eigenen Aussagen stieß er bei seinen radikalen Zukunfstentwürfen immer wieder an die Grenzen “des mit heutigen Begriffen Erklärbaren“. Sein Roman Auf zwei Planeten (1897) mit seinen über tausend Seiten gehört zu den wichtigsten deutschen Science-Fiction-Romanen. Er wurde bis heute zigfach in zahlrechen Sprachen aufgelegt.

Homchen gibt es kostenlos beim Projekt Gutenberg oder auch in einer kommentierten Printausgabe bei Amazon.

 

 

 

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