Shortlist History: Rebengold von Ellin Carsta

Unsere History-Jurorin Vera Buck hatte die schwere Aufgabe, aus über 150 Vorschlägen der Longlist History neun Titel für die Midlist auszuwählen. Aus diesen haben dann Leser und Jury gemeinsam ihre drei Favoriten gewählt, die nun die Shortlist des Skoutz Awards 2017 bilden.

Einer dieser History Shortlist-Titel ist Rebengold von Ellin Carsta.

Natürlich waren wir vor einiger Zeit auch bei Ellin Carsta zu Besuch und das charmante Interview solltet ihr auf keinen Fall verpassen. (weiterlesen)

Den 352 Seiten starken Roman, der im September 2016 bei Tinte & Feder erschienen ist und die Geschichte zweier Familien erzählt, die ihr Heil im Weinbau suchen, hat die liebe Vera Buck noch einmal zur Hand genommen und für euch besprochen.

 

Vera Buck über Rebengold von Ellin Carsta:

Das Buch

Ellin Carsta ist das Pseudonym der Autorin Petra Mattfeldt, die sich unter einem anderen Pseudonym, Caren Benedikt, bereits einen Namen im historischen Genre gemacht hat.

Dieses Buch von ihr spielt in Uerdingen im Jahre 1351. Die Familie Velten will ihre von der Pest verwüstete Heimat hinter sich lassen. Vom Abt hat sie das Angebot bekommen, die klösterlichen Weinberge zu pachten. Darum gibt sie den eigenen Hof auf und macht sich auf den weiten Weg zum Kloster Johannisberg. Auf der Reise treffen die Veltens auf die Familie Stauber, die das gleiche Schicksal ereilt hat, und die ebenfalls zu Weinbauern werden wollen.
Während der Fahrt mit dem Schiff ereignet sich ein Streit zwischen den Familien, der mit einem tragischen Unfall endet. Sowohl das Familienoberhaupt der Veltens als auch sein Bruder sterben. Die Witwe Isabel ist verzweifelt und steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Mit den Kindern auf sich allein gestellt, muss sie den lange brach liegenden Weinberg bestellen. Ihre Verpächter, die Klosterbrüder, sind ihr keinesfalls alle wohlgesinnt. Und auch die ihr verhasste Familie Stauber tut alles, um ihr Steine in den Weg zu legen.

Meine Meinung:

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war das Thema. Der Leser erfährt unglaublich viel über die Geschichte des Weinbaus. Das Buch ist gut recherchiert und sehr detailliert geschrieben – für mich manchmal vielleicht etwas zu detailliert, besonders wenn es um die Familiengeschichte und Verwandtschaftsverhältnisse der Protagonisten geht. Es richtet sich eher an einen Leser, der historische Familiensagas liebt. Aber von dieser Seite hat es für Ellin Carsta definitiv durchweg positivste Kritiken gegeben.

Die Protagonistin, Isabel Velten, ist eine starke Frau, die alles für ihre Kinder tun würde. Doch als Frau hat sie in der Zeit, in der Männer das Sagen haben, oft auch schlechte Karten. Man kann sich als Leser gut in sie hineinversetzen.

Womit ich mich bis zum Schluss leider nicht so anfreunden konnte, war die Sprache der Autorin. Es fehlt hier die Spritzigkeit und Dichte, die ihre zwei Konkurrenten „Die letzten Tage der Nacht“ und „Marlene“ mitbringen. Es könnte daran liegen, dass die Autorin versucht hat, in der Wortwahl der Zeit zu bleiben, in der die Handlung spielt, was für die Dialoge ja durchaus Sinn macht. Dadurch „klang“ mir der Text aber zu wenig, und die Dialoge wirkten oft gestelzt, was mich leider aus dem Lesefluss gerissen hat.

Fazit:

Ich glaube, dass dieser Roman im Gegensatz zu „Die letzten Tage der Nacht“ eher ein durchweg weibliches Publikum ansprechen wird. Wer sich aber für die Geschichte des Weinbaus interessiert und klassische, aufwendig recherchierte Historienromane mag, dem ist dieses Buch durchaus ans Herz zu legen.

 

Das Buch in Zahlen:

Rebengold

Autorin: Ellin Carsta
Verlag: Tinte & Feder
Format: Taschenbuch/ E-Book
Seiten: 352
Erschienen: September 2016
ISBN: 978-1503941656
Preis: 9,99€ (TB) / 4,99€ (E-Book)

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