Gute Gründe, um mal wieder zu lesen

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Eigentlich ist es ja nicht so wahnsinnig schlau, in einem Buch-Magazin wie Skoutz darüber zu sprechen, warum man lesen sollte. Die, die wir erreichen, lesen ja.
Aber nachdem wir anlässlich unserer Reihe zu Lesestil und Lesemotiv auch auf dieses Thema zu sprechen kamen, überlegten wir es uns dann doch anders. Schließlich könnte es ja sein, dass Google sich für den Artikel interessiert und ihn vielleicht auch weniger skoutzigen Lesern – oder präziser Nochnichtlesern – zeigt. Und darum für alle, die noch nicht der wundervollsten aller Beschäftigungen erlegen sind, absolut zwingende Gründe, das schleunigst zu ändern (und alle bekennenden Leser dürfen sich bestätigt fühlen):

Gute Gründe, um mal wieder zu lesen

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1. Bücher sind gut für das Gehirn

Einer der wichtigsten Gründe für regelmäßiges Lesen ist seine Wirkung auf das Gehirn:

Zahlreiche Studien zeigen, dass geistige Betätigung fit hält und das Auftreten und den Verlauf von Alzheimer und Demenz verzögern oder gar aufhalten kann. Lesen ist da genau das Richtige. Beim Lesen simuliert das Gehirn das fiktive Geschehen, etwa die Handlungen der Romanfiguren. Oft spricht man da von Kopfkino. Das wird vom prämotorischen Kortex angetrieben, der auch für höhere geistige Leistungen wichtig ist. dadurch kann man vermutlich dem Verlust geistiger Fähigkeiten vorbeugen oder zumindest verlangsamen.

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Lesen kann vor Alzheimer schützen

Studien zufolge bleiben Menschen, die viel lesen, länger mental fit und zeigen seltener Symptome einer Demenz oder der Alzheimer-Krankheit.

“Genau wie körperliche Aktivität das Herz stärkt, stärkt intellektuelle Aktivität das Gehirn und schützt es vor Krankheiten”, erklärt eine dieser Studien. Durch regelmäßiges Lesen wird das Gehirn optimal gefordert und die Verarbeitung neuer Informationen trainiert das Gedächtnis. So bleibt es auch im Alter noch leistungsfähig.

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Lesen verbessert das Gedächtnis

Das Lesen Büchern fordert viel von unserem Gehirn. Unzählige Charaktere mit ihren individuellen Geschichten, Eigenschaften und Absichten müssen in einem Roman abstrakt verstanden werden. Um einer verworrenen Geschichte zu folgen, müssen wir uns viele Details merken und wieder abrufen können.
Erinnerung funktioniert, wenn im Gehirn eigens dafür neue Synapsen gebildet werden. Diese Fähigkeit kommt uns auch bei anderen Erinnerungen zugute.
Neben der Gedächtnisleistung werden durch regelmäßiges Lesen auch verschiedene andere Gehirnleistungen gefördert:
  • Emotionale Intelligenz (die Fähigkeit, mit den eigenen Gefühlen und denen anderer umzugehen),
  • Fluider Intelligenz (das Talent, Lösungen für Probleme zu finden) und
  • auskristallisierte Intelligenz (das Wissen, das ein Mensch insgesamt angesammelt hat)

Lesen entspannt und reduziert Stress

Wir leben in einer reizüberfluteten Welt, die uns oft überfordert, die nichts mehr damit zu tun hat, wie das eigentliche Biotop unserer Spezies aussehen sollte.

Etwa 10.000 Werbebotschaften prasseln pro Tag auf uns ein. Fernsehen, Radio, Internet – überall prasseln Kaufangebote auf uns ein, überall erzählt man uns, was wir brauchen, wollen, liken sollen. Wann je tun wir heute wirklich nur eine Sache? Führen ein Gespräch, während wir nebenbei E-Mails auf dem Handy checken, fühlen uns beschnitten, wenn wir im Auto die Finger vom Handy lassen sollen, essen vor dem Fernseher …

Da wird es immer schwerer, nach einem stressigen Arbeitstag zur Ruhe zu kommen.

Lesen ist eine Tätigkeit, die nur sehr wenige Nebentätigkeiten zulässt. Bücher vereinnahmen dich. Der hektische Alltag bleibt zurück und je tiefer man in die Buchwelt eindringt, desto leichter fällt der Abstand vom Alltag. Stress im Job, persönliche Sorgen oder allgemeine Ängste. Wer sich in eine Buchwelt vertieft, hat dafür keine Zeit. So sorgt ein Buch für tiefe emotionale Entspannung während der Lektüre. Und sie wirken nach. Selbst ein Melodram oder eine Horrorgeschichte erweitern die Perspektive und relativieren persönliche Probleme.

Das ist auch ein Grund, warum so viele Menschen so gerne vor dem Einschlafen lesen (oder auch bis sie einschlafen).

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2. Lesen macht schlau

Voltaire meinte: “Allein die Lektüre entwickelt unseren Geist, das Gespräch verwirrt und das Spiel verengt ihn.”

Lesen verbessert die eigene Sprache

Und tatsächlich: Durch regelmäßiges Lesen erweitert sich der Wortschatz automatisch und zwar schon im Kindesalter. Je häufiger man mit unterschiedlichen Wörtern konfrontiert wird, desto leichter prägen sie sich auch ein. Es ist daher auch gar nicht nötig, vorschnell und nur aus Bequemlichkeit nach leichter oder wenigstens einfacher Sprache zu verlangen.

Das Schöne ist, dass jedes Buch uns verändert und unseren Horizont, jenseits des Hirn-Joggings, erweitert.

Ein großer Wortschatz ist sicherlich von Vorteil für alle, die gerne schreiben. Eine Studie der University of California zeigt, dass das Lesen von Romanen  Einfluss auf den eigenen Schreibstil hat. Unbewusst soll Lesen unseren Verstand schärfen, unseren Wortschatz erweitern, neue Formulierungen zeigen und unser Sprachgefühl und Stilempfinden immer weiter verbessern. Wessen Beruf das Verfassen von Texten vorsieht, und seien es “nur” E-Mails, weiß, dass gut geschriebene Texte angenehmer zu lesen sind. Sie sind einprägsamer und zielführender in Bezug auf die Intention des Textes.

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Leser entwickeln ihre analytischen Fähigkeiten

Wer sich auf ein Buch einlässt, wird von ihm verändert. Wer sich Gedanken zum Buch, zum Schreibstil, den Personen und der Handlung macht, entwickelt seine analytischen Fähigkeiten. Wenn man euch zu euerer Meinung nach einem Buch fragt, sagt nicht nur, ob es euch gut, besser oder gar nicht gefallen hat. Nutzt die Gelegenheit und erklärt auch das Warum. Wie man aus einer Meinung oder einem Leseeindruck eine Rezension bastelt, könnt ihr hier nachlesen.
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Lesen fördert die Kreativität

Lesen schult die Vorstellungskraft. Anders als im Kino müssen wir uns die Bilder zum Text selbst ausmalen. Regelmäßiges Lesen hat positiven Einfluss auf die Kreativität, Einfallsreichtum und Vorstellungsvermögen. Und das ist eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Umgang mit Konflikten.
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Lesen macht tolerant und fördert Empathie

Die Geschichten geben Einblick in das Leben anderer, in ihre Gedanken, ihre Arbeit und Gewohnheiten. Man lernt ferne Orte kennen und erlebt fremde Kulturen.

Psychologen der University of Toronto fanden 2006 heraus, dass Probanden, die gerne in Romanen schmökerten, beim deutlich Empathietest besser abschnitten als Probanden, die wenig lasen. Leser sind zudem einer Studie des National Endowment for the Arts (NEA) zufolge aufgeschlossener gegenüber fremden Kulturen und akzeptieren sie eher. Sie engagieren sich auch bis zu dreimal häufiger für soziale Projekte. Das ist auch gar nicht so überraschend, denn wer sich ständig in die unterschiedlichsten Charaktere hineinversetzt und sich mit verschiedensten Ansichten und Meinungen befasst, kann das auch im Alltag, wenn er echten Menschen begegnet.

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Lesen bildet

Jedes Buch kann uns etwas Neues beibringen. Das Gehirn unterscheidet nicht, wie es etwas gelernt hat. Gelesen ist im Nachgang (fast) so gut wie erlebt. Ob das ein Gespür für vergangene Zeiten ist, oder ein Liebesroman, der uns ein Gefühl für die Wirrungen zwischenmenschlicher Beziehungen gibt. Wir kommen kaum einem unserer Freunde im echten Leben so nah wie einem Buchfreund, von dem wir alles wissen, was er tut, fühlt und denkt. Wir sehen, dass auch andere Schwächen und Ängste haben, und lernen mit ihnen, wie man diese überwinden kann.

Und das bringt uns zum nächsten Punkt:
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3. Lesen ist Abenteuer

Die meisten Menschen lesen Bücher, weil sie unterhaltsam sind. Wer liest, erlebt Dinge, die im wahren Leben wohl nie passieren würden. Und das ist auch gut so, wenn man sich überlegt, wie beliebt zB. Krimis sind. 🙂

Bücher beziehen ihre Faszination aus dem Unbekannten. Sie regen unsere Fantasie an und erlauben, ja zwingen dazu, Bekanntes auch mal unter neuen Aspekten zu betrachten, sich aus der eigenen Komfortzone herauszubewegen.

Bücher erlauben es uns, durch Kleiderschränke Narnia zu besuchen, mit Pippi nach Takka-Tukka-Land zu segeln, mit Frodo durch Mittelerde zu reiten, gefahrlos Hannibal Lector zu treffen oder mit Wolfsblut durch die Wälder zu streifen. Und das binnen Minuten!

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4. Lesen kann man immer

Ein Buch und etwas Zeit – mehr braucht es nicht, um sich in eine andere Welt zu begeben.
Und auch das Buch selbst kostet nicht viel. Es gibt zahlreiche Shops im Netz wie in der echten Welt, wo gebrauchte Bücher billig verkauft werden. Daneben gibt es eine große Menge an Bibliotheken und Büchereien oder auch Tauschbörsen oder öffentliche Bücherschränke.
Eine schier unüberschaubare Menge an Klassikern zum kostenlosen Download bietet das Projekt Gutenberg.
Also bitte seid fair und respektvoll gegenüber den Autoren, die euch all das ermöglichen, und verzichtet auf den Besuch von illegalen Download-Seiten. Buchpiraterie ist kein Kavaliersdelikt.
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5. Lesen ist gesellig

Zunächst einmal wird jeder Leser bestätigen, dass ihm die Figuren seiner Bücher wie Freunde ans Herz wachsen, man mit ihnen leidet, lacht und liebt. Aber das meinen wir gar nicht. Auch wenn Buchmenschen überdurchschnittlich häufig introvertiert sind und – dank ihrer Bücher – meist auch gut allein zurecht kommen, sind sie doch sehr gesellig.

Wir erleben das zweimal jährlich auf den Skoutz-Partys. Darüber hinaus gibt es Buchmessen, Cons und Lesungen, wo man Gleichgesinnte treffen kann. Auf Facebook wuchern Buchgruppen und Lesegruppen, Challenges oder Leserunden erlauben es, gemeinsam zu lesen und sich mit anderen über Bücher auszutauschen.

Nein, wer Bücher liest, ist nicht einsam. Gar nicht, denn …

Lesen macht sexy

Laut Umfragen wirken Menschen, die in der Öffentlichkeit lesen, intelligenter. Ein Buch in der Hand macht sie attraktiver und begehrenswerter. Sie vermitteln den Eindruck, dass sie ein interessanter Gesprächspartner sind und Empathievermögen mitbringen. Und wer das nicht glaubt, sollte mal auf Instagram vorbeischauen: “Hot Dudes Reading Books” Noch Fragen?

Hoffentlich haben euch unsere Gründe, um mal wieder zu lesen überzeugt.
Also zögert nicht! Lest! Das fänden wir dann auch außerordentlich skoutzig.

 

 

 

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