Das Ende von Eddy – zeitgenössischer Roman von Édouard Louis

Buchvorstellung

Das Ende von Eddy  – auf einer realen Geschichte basierender Gegenwartsroman von Édouard Louis

Icon ContemporaryAward Midlist Bronze IconHeute stellen wir euch einen der Titel vor, den unser Juror Jannis Plastargias aus über 100 vorgeschlagenen Titeln (Longlist) in die Midlist Contemporary des Skoutz-Awards 2016 gewählt hat. Es handelt sich um einen 208 Seiten starken, im Februar 2015 im S. Fischer Verlag veröffentlichten, sprachgewaltigen Befreiungsschlag aus einer unerträglichen Kindheit, inspiriert durch das Leben des Autors.

Doch seht selbst:

 

Louis - Cover Das Ende von EddyUm was geht’s in Das Ende von Eddy?

»Ich rannte weg, ganz auf einmal. Gerade hörte ich meine Mutter noch sagen ›Was soll der Scheiß jetzt wieder?‹. Aber ich wollte nicht bei ihnen bleiben, ich weigerte mich, diesen Moment mit ihnen zu teilen. Ich war schon weit weg, ich gehörte nicht mehr zu ihrer Welt, der Brief besagte es. Ich kam zu den Feldern und wanderte einen Großteil der Nacht herum, auf den Feldwegen, in der Kühle Nordfrankreichs, in dem zu dieser Jahreszeit so intensiven Geruch der Rapsfelder. Die ganze Nacht über entwarf ich mein neues Leben fern von hier.«

Auf die Leseprobe kommt ihr hier.

 

Wie fanden wir Das Ende von Eddy?

Erschütternd ehrlich und direkt schildert der Autor ein Ausmaß an Unwissenheit, das in unserer Zeit nur schwer vorstellbar ist. Ein Kind, dessen gesamte Kindheit von Gewalt, Alkohol und Ignoranz geprägt ist und früh lernen muss, mit seiner „Andersartigkeit“ in den Machstrukturen der Dorfgemeinschaft zu leben, und viel wichtiger noch, psychisch zu überleben.

Skoutz-Juror Jannis Plastargias: In den letzten Monaten reden wir von Homophobie in Russland und von der Angst der Islamisierung Westeuropas durch die Flüchtlinge, doch das ist verlogen und scheinheilig, denn Homophobie gibt es in Westeuropa nicht minder. Das zeigt auf harte Weise dieses wichtige Buch eines sehr jungen Franzosen. Mut!

 

Wem verdanken wir Das Ende von Eddy?

Édouard Louis stammt aus einem kleinen Dorf im Norden Frankreichs und wuchs dort in einfachsten und schwierigen Verhältnissen auf. Heute lebt und studiert er Soziologie in Paris. 2014 erhielt er dem Pierre Guénin-Preis, der besondere Leistungen im Kampf gegen Homophobie auszeichnet. Sein Debütroman „Das Ende von Eddy“ ist ein internationaler Erfolg wurde bislang in 20  Sprachen übersetzt.

Damit ihr euch ein Bild von Édouard Louis machen könnt, hat sich Kay Noa mit ihrem berühmten Kollegen unterhalten. Über den Zorn beim Schreiben, über Toleranz und die Macht guter Geschichten (weiterlesen).

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