Briefe an die grüne Fee – Briefroman von Salih Jamal

 “Briefe an die grüne Fee, über die Langeweile, das Begehren, die Liebe und den Teufel” ist ein ungewöhnliches Buch, das in seiner Aufmachung ebenso wie mit seinem Thema ins Auge sticht. Wer schreibt denn heute noch einen Briefroman? Salih Jamal jedenfalls hat es geschafft, mit seinem etwa 250 Seiten starken über BoD im Juli 2017 herausgegebenen Buch das Interesse von Skoutz-Juror Oliver Kyr zu gewinnen und hat so aus knapp 200 Titel der Longlist Contemporary einen der begehrten Plätze auf die Midlist Contemporary geschafft. Da war das Buch so erfolgreich, dass es im gemeinsamen Voting von Lesern und Jury geradewegs in die Finalrunde gewählt wurde. Nun kann die grüne Fee mit der Gunst der Leser am 12.10.2018 auf unserer Gala den begehrten Contemporary-Skoutz 2018 erhalten.

Briefe an die grüne Fee – Briefroman von Salih Jamal

Um was geht es in Briefe an die grüne Fee?

Hoch über den Dächern der Stadt sitzt der Ich-Erzähler, bereit zum Sprung. In seiner Tasche: eine alte Pistole und Briefe an eine geheimnisvolle, devote Flamenco-Tänzerin, die er im Internet über ein Dating-Portal kennengelernt hat.

In zwei zusammenlaufenden Handlungssträngen erzählt er von seiner Affäre und von den Menschen, die ihm begegneten. Er schildert seinen Blick auf die Welt, seinen Weg aus Leichtigkeit und Unbekümmertheit in die Fesseln der Verantwortung und den Versuch, dieser Gewissenhaftigkeit zu entfliehen. Dabei sucht er melancholisch, wütend und fragend das Wesen der Liebe, um an den Kern der menschlichen Seele vorzudringen. In seinen Gedanken dealt er deshalb mit dem Teufel.

Eine Geschichte aus lustigen, tragischen und unverschämten Anekdoten, erzählt in einer flapsigen und teilweise vulgären Sprache, und tiefgründigen, poetischen Gedanken über die Welt, in der Männer wie vergessene Turnbeutel in der Tinnef-Abteilung bei IKEA darauf warten, abgeholt zu werden, oder in der versucht wird, die Zeugen Jehovas an der Haustüre zu einem Dreier zu überreden.

 

Wie hat uns Briefe an die grüne Fee gefallen?

Briefe an die grüne Fee ist ein Werk, auf das man sich einlassen muss. Der in der Ankündigung auf Amazon gezogene Vergleich zu Goethes Werther schürt Erwartungen, denen das Buch den Rezensionen zufolge nicht für alle gerecht wird. Aber wer sich der grünen Fee unvoreingenommen nähert, wird mit einem im positiven Sinne ungewöhnlichen Buch belohnt. Die metapherreiche Sprache ist man heute oft nicht mehr gewohnt, aber sie macht Spaß und lädt dazu ein, selbst einmal ums Eck zu denken. Es sind die Beschreibungen der kleinen Momente in großen Szenen, die so besonders sind. Man erkennt im Kleinen das Große und auch wenn es dadurch sperrig ist, ist es schön. Und das trifft auf auf das Buch zu. Es ist sperrig, Und schön. Man erkennt in neuen Aspekten Altvertrautes und das macht Spaß.

Oliver Kyr meint: Das Buch fackelt nicht lange, und wirft den Leser direkt rein in den zynisch-rotzigen Charakter. „In seiner Tasche: eine alte Pistole und Briefe an eine geheimnisvolle, devote Flamenco-Tänzerin, die er im Internet über ein Dating-Portal kennengelernt hat.“
So macht der Reinwurf Spaß!

Wem verdanken wir Briefe an die grüne Fee?

Salih Jamal wurde weit entfernt von dort geboren, wo er hingehörte. So suchte er zeitlebens seinen Weg nach Hause und gleichzeitig hinfort.
Ein langer, ungewisser und wohl unmöglicher Weg, der ihn zu Jobs im Fast-Food-Restaurant, in die Herrenabteilung eines Modehauses auf der piekfeinen Düsseldorfer Königsallee, als Rosenverkäufer in Bordellen oder als Kurierfahrer, der das Kanzleramt belieferte, geführt hat.

 

Wir sind natürlich neugierig geworden und versuchen wie immer ein Interview von ihm zu ergattern.

Bis dahin könnt ihr sein Buch über den Affiliate-Link bei Amazon beziehen.

Wer das Buch schon kennt, kann (und soll!) es auf Skoutz bewerten, damit  unsere Buchsuche besser werden kann (weiter).
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