Zu Besuch bei: Dieter Hermann Schmitz

Dieter Hermann Schmitz wurde mit seinem Roman “Die Dackel sterben aus” von Euch bis in die Midlist Humor des Skoutz-Award 2017 gewählt. Der Autor lebt heute in Finnland und arbeitet dort neben seiner Tätigkeit als Autor als Universitätslektor und unterrichtet außerdem Übersetzungswissenschaften.
Schmitz wurde zunächst in seiner rheinischen Heimatregion durch drei Bände mit Kurzgeschichten bekannt, die vor allem durch ihren Humor bestechen.

Selbstverständlich haben wir Herrn Schmitz für Euch interviewt:

 

Zu Besuch bei Dieter Hermann Schmitz:

Dieter Hermann Schmitz

© Klik

Was ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Die Ideen beziehe ich aus allen erdenklichen und unerdenklichen Quellen: Alltagsbegebenheiten, Erinnerungen, Träume, Zeitungslektüre, spontane Einfälle, die wer-weiß-woher stammen, Fehler und Versehen, Kindermund-Sprüche usw.

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

 

Vertrocknen, kümmerlich eingehen … Egal, ob ich für ein echtes Lesepublikum oder nur für mich schreibe. Egal, ob belletristisch, wissenschaftlich, didaktisch, prophylaktisch oder intergalaktisch.

Deine Fans sind dir sicherlich sehr dankbar dafür, wenn Du niemals aufhörst.

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Bisher ist mir das noch nicht passiert. (Allerdings habe ich einen sehr weiten Begriff von Schreiben.)

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Mir ist schon passiert, dass mir beim Schreiben Tränen der Rührung gekommen sind, wenn ich mich in eine Geschichte so eindenke und einlebe, dass ich mittendrin bin. Oder wenn mir die tatsächliche Begebenheit einfällt, die für mich Schreibanlass war.

Das klingt traurig und schön zugleich!

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Sehr viel. Ich glaube auch fast, dass jeder Autor auf seine Biografie angewiesen ist, dass in vielen Figuren, Handlungssträngen oder Motiven eigene Erfahrungen stecken (müssen), selbst dann, wenn jemand SciFi- oder Fantasy-Romane schreibt.

Der Ich-Erzähler meines Romans „Die Dackel sterben aus“ hat mit mir persönlich eine Reihe von Eigenschaften gemeinsam, nicht zuletzt seine Hingabe für das Puppentheater, das in einer Welt der Digitalisierung und der modernen Medien so schön altbacken und handgemacht wirkt – und hoffentlich ebenso wenig ausstirbt wie die Dackel, wie Deutsche, die Mundart sprechen, oder türkische Kollegen, die witzig drauf sind.

Eine weitere Gemeinsamkeit von Ich-Erzähler und Autor sind die rheinischen Wurzeln und der Lebensweg, der nach Finnland führt.

Wahrscheinlich ist es unvermeidlich, dass die eigene Persönlichkeit in den Roman mit einfließt und ihn beeinflusst. Es ist nur nicht immer auf den ersten Blick sichtbar.

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Wenn Leser persönlich zu mir Kontakt aufnehmen und sich für eine Geschichte bedanken, bin ich jedes Mal begeistert. Das sind die schönsten Momente im Autorenleben.

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Ein Mensch mit Humor. Wobei Humor nicht schenkelklopfendes Loslachen bedeutet, sondern die Gabe, auch die unschönen Seiten des Lebens mit einer gewissen Großmut und mit Erhabenheit zu sehen. Mit einem Lächeln, auch wenn es bittersüß ausfällt.

Der ideale Leser müsste zudem Spaß an den kleinen Dingen des Lebens haben. In „Die Dackel sterben aus“ passieren weder Mord noch Totschlag, erst recht keine weltbewegenden UFO-Landungen oder spektakulären Gold-Diebstähle. Höchstens mal ein Hausbrand oder eine Rauferei. Ein Sturz vom Baum. Eine Ehe geht zu Bruch, neue Freundschaften beginnen. Ein Nachbar erleidet einen Infarkt. Eine Sechsjährige freut sich auf ihren Geburtstag und ein widerlicher Chefarzt mit Nasenhaaren verbietet, dass Hunde im Krankenhaus zu Besuch kommen …

Das klingt wirklich urkomisch und macht Lust auf mehr.

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

In „Dackel“ kommen vier versoffene Unruhestifter vor, die in der (fiktiven) nordrheinischen Stadt meiner Geschichte allgemein als „die Berts“ bekannt sind. Und zwar deshalb, weil die Eltern der Sippschaft auf die hirnrissige Idee verfallen sind, ihnen allen Namen auf „-bert“ zu geben. Sie heißen Herbert, Norbert, Robert und Siegbert. – Die realen Vorbilder für diese Typen waren asoziale Brüder, die alle dieselbe Schlägervisage hatten und die zu den Schrecken meiner Kindheit gehörten. Hinter ihrem Rücken lachte man über ihre Dummheit, nüchtern betrachtet waren sie eine Plage für friedliche Bürger und redliche Steuerzahler. Aber ein wenig waren sie auch zu bedauern. Arme Wichte mit unglücklichem Fehlstart ins Leben. Und im Nachhinein waren sie schillernde Figuren, über die man herzhaft lachen kann.

Allein diese Beschreibung lässt uns schon herzhaft schmunzeln!

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

 

Auf die Frage: Stimmt es, dass Ihr Roman nun auch noch ins Slowenische übersetzt wird?

Glückwunsch! Und vielen Dank für das tolle Interview. Wir hatten viel Spaß und wünschen Dir auf Deinem weiteren Weg alles Gute, in der Hoffnung, dass sich unsere Wege wieder einmal kreuzen werden.

Mehr über Dieter Hermann Schmitz findet ihr hier:

Facebook Seite von Dieter Hermann Schmitz

Und so schaut das Meisterwerk aus:

 

 

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