Zu Besuch bei Alexander Kopainski

Der Award eilt auf die Verleihung zu und ihr habt eure Favoriten gewählt. Einer davon ist Alexander Kopainski aus der Kategorie Cover. Er studiert Kommunikationsdesign in Saarbrücken und hat seine Leidenschaft zu seinem Beruf gemacht. Nachdem er selbst Bücher schrieb und sie auch im Netz veröffentlichte, kam er dazu sich mit dem Thema der Bildbearbeitung auseinanderzusetzen und fand so den Weg zu seiner Passion. Natürlich wollten wir noch mehr über Alexander erfahren und haben ihn für euch interviewt.

Und das ist dabei raus gekommen:

 

Zu Besuch bei Alexander Kopainski

© Alexander Kopainski

Woher nimmst du deine Ideen für deine Buchcover? 

Normalerweise bekomme ich vom Autor oder Lektor gewisse Wünsche oder gegebenenfalls Vorgaben. Meistens sind diese Rahmenbedingungen jedoch sehr frei und mir steht oft die Option offen, ein ganz anderes, aber passendes Konzept zu entwickeln. Natürlich beziehe ich mich dabei immer auf den Buchinhalt mit meinen Covern – manchmal auch auf eher metaphorische Art und Weise. Die Inspiration kommt irgendwie von ganz alleine, denn Kreativität lässt sich meiner Meinung nach aus allem ziehen.
Das Schwierigste ist jedoch, das geeignete Bildmaterial dafür zu finden. Oftmals muss ich mehr als zehn Fotos zusammenschustern. Am schönsten ist es dann natürlich, wenn man alle Fotos beisammen hat und die Idee nur noch umsetzen muss.

Man kann erahnen, wie viel arbeit hinter einem Cover steckt und was dort alles im Hintergrund passiert, von dem der Leser gar nichts bemerkt.

Muss ein Cover-Designer ein Buchmensch sein? 

Ich denke schon. Natürlich kann man auch Buchcover designen, ohne für Bücher Begeisterung zu empfinden. Es ist jedoch fraglich, ob man damit auf lange Sicht Erfolg haben wird. Als Coverdesigner kann man in der Regel aus Zeitgründen nicht alle Bücher lesen, die man von außen gestaltet. Dennoch bekommt man schnell ein Gefühl dafür, welchen Charakter das Buch besitzt und welches Cover passend ist.

Sicherlich hat man auch einen ganz anderen Bezug zu Büchern und gestaltet dementsprechend anders.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, über ein Cover zu sprechen? 

Ich glaube, es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für ein Cover. Manchmal gestalte ich Bücher, wo noch kein Wort zu Papier gebracht wurde und oftmals andere, die bereits seit Jahren in einer Schublade darauf gewartet haben, veröffentlicht zu werden. Es sollte sich nur richtig anfühlen, wenn man ein Cover in Auftrag gibt. Ich denke, es ist bei unfertigen Geschichten sehr wichtig, dass das Cover am Ende noch dazu passt und nicht zu viel umgeschrieben wird. Empfehlenswert ist es natürlich auch, das Cover ein
paar Monate vor Veröffentlichung für etwaige Werbemaßnahmen parat zu haben.

Was wünscht du dir vom Autor “deiner” Cover-Bücher?

Vertrauen. Ich wünsche mir Vertrauen in meine grafischen Fähigkeiten, wenn ich mit allen Alarmglocken empfehle, bestimmte Dinge (nicht) zu tun. Im Idealfall wünsche ich mir auch die größtmögliche Gestaltungsfreiheit.

Vertrauen ist das A und O!

Hast du sowas wie ein Markenzeichen?

Ich glaube, ich habe kein richtiges Markenzeichen. Meine Cover werden aber meistens als märchenhaft beschrieben. Ich benutze oft dunkle, gesättigte Farben und Schriften in Metalloptik.

Worauf bist/wärst du als Cover-Designer besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf die Menschen, die ich mit meinen Covern begeistern kann. Dass es Leute da draußen gibt, die gespannt auf ein neues Cover warten, macht mich sehr glücklich. Mein derzeitiges Lieblingscover aus meinem eigenen Portfolio ist »Winters zerbrechlicher Fluch«.

Was ist für dich das ideale Cover?

Das ideale Cover gefällt dem Autor, dem Verlag, dem Designer und auch dem potentiellen Leser. Natürlich kann es nicht jedem gefallen. Am wichtigsten ist in meinen Augen aber der/die Autor/in – das eigene Buch, wo so viel Herzblut reingesteckt wurde, sollte schließlich auch ein angemessenes Kleid tragen.

Worin besteht für dich der Unterschied zwischen einem Premade und einem Auftragscover?

Auf Premades sollte man nur zurückgreifen, wenn man sich ein maßgeschneidertes Cover nicht leisten kann. Es kann natürlich auch sein, dass ein Premade aus Zufall zu 100% auf das eigene Buch passt. Dann kann man durchaus Geld sparen. Man wüsste aber nie, wie ein individuell angefertigtes Cover dafür ausgesehen und vielleicht noch besser gepasst hätte – deshalb: Nicht am Cover sparen.

Ein schlüssiges Argument!

Wie beeinflusst ein Cover ein Buch?

Mal abgesehen davon, dass man für sein Buch, das einen viel Kraft und Mühe gekostet hat, in der Regel ein ansprechendes Cover haben möchte, kann es den Verkauf um ein Vielfaches steigern. Das ist natürlich wichtig, wenn man vom Schreiben leben möchte. Natürlich ist es das primäre Ziel, dass allein der Inhalt überzeugt, aber in der heutigen Flut an Büchern, sollte man keinen Register für den Wettbewerb vernachlässigen – und da zählt das Cover dazu.

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Bist du glücklich mit dem, was du tust?

Lieber Alexander, wir danken dir für den Einblick in deine Arbeit und wünschen dir weiterhin alles Gute. Und auch für den Award drücken wir dir natürlich die Daumen!

Mehr über Alexander Kopainski findet ihr hier:

Homepage von Alexander Kopainski

Facebookprofil von Alexander Kopainski

Und mit diesem wundervollen Cover habt ihr Alexander bis in die Shortlist des Skoutz-Award 2017 gewählt:

Ein wirklich tolles und aussagekräftiges Cover, wie wir finden! Doch Alexander hat noch viele weitere tolle Cover designed, die euch sicherlich bekannt sind. Hier noch einige Beispiele:

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